Bolivien |

Morales stoppt Wahlkampf wegen Amazonas-Bränden

Präsident Evo Morales informiert über die Maßnahmen der Regierung gegen die Amazonas-Waldbrände bei einer Pressekonferenz am Sonntag, 25. August 2019, in Cochabamba. Foto: ABI, R. Martínez Candia

Wegen der Brände im Amazonas-Regenwald unterbreche die Regierungspartei „Bewegung zum Sozialismus“ (MAS) ihren Wahlkampf für mindestens eine Woche, erklärte Präsident Evo Morales laut der Tageszeitung „La Razón“ am Samstag, 24. August 2019, auf einer Pressekonferenz. „Wir werden alle für den Schutz der Chiquitanía und des bolivianischen Amazonas arbeiten“, erklärte der Linkspolitiker, der bei den Präsidentschaftswahlen im Oktober erneut antritt.

In Boliviens Amazonasregion im ostbolivianischen Tiefland-Departamento Santa Cruz de la Sierra brennen Regierungsangaben zufolge 744.711 Hektar Wald und Wiesen, eine Fläche rund zehnmal so groß wie Hamburg. Zur Bekämpfung der Waldbrände landete vergangene Woche eine zum „Super Tanker“ umgebaute Boeing 747 auf dem Flughafen von Santa Cruz. Das weltweit größte Löschflugzeug habe Bolivien von den USA gemietet, so Medienberichte.

Derweil wies Boliviens Außenminister Diego Pary die Kritik der Opposition zurück, die Regierung wolle keine Brandbekämpfungshilfe aus dem Ausland annehmen. Morales stehe im direkten Kontakt mit den Präsidenten der Nachbarländer Chile, Argentinien, Peru und Paraguay, die ihrerseits Hilfe wie die Entsendung von Lösch-Hubschraubern und Personal zugesagt hätten. Im Rahmen des G7-Gipfels in Frankreich und der von Präsident Emmanuel Macron vorgeschlagenen Amazonas-Allianz habe sich auch Bolivien zur Teilnahme bereit erklärt. In Deutschland habe das Kanzleramt direkte Hilfen angeboten. Auch aus Russland sei ein Angebot zur Technologiehilfe eingegangen. (bb)
 

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