Bolivien |

Morales nimmt Entschuldigungen aus Europa an

Der bolivianische Präsident Evo Morales hat gestern erklärt, er nehme die Entschuldigungen aus Frankreich, Italien, Spanien und Portugal wegen des Verweigerns der Überflugrechte für die bolivianische Präsidentenmaschine an. „Wir akzeptieren diese Entschuldigungen als einen ersten Schritt, denn wir möchten auch weiterhin respektvolle Beziehungen mit diesen Ländern unterhalten“, so der Präsident. Die abgezogenen Botschafter würden in die europäischen Staaten zurückkehren, kündigte Morales an.

Gleichzeitig bedankte sich Morales bei den lateinamerikanischen Staaten, der UNO und den Staatenbündnissen UNASUR, CELAC und ALBA für die Solidarität mit Bolivien. Die vier europäischen Staaten hatten gegen alle diplomatischen Gepflogenheiten der aus Moskau kommenden Präsidentenmaschine am vergangenen 2. Juli das Überflugrecht verweigert, weil vermutet worden war, dass sich der flüchtige US-amerikanische Whistleblower Edward Snowden an Bord des Flugzeugs befände. Die Maschine musste in Wien notlanden, wo Morales zwölf Stunden lang festsaß, Snowden wurde an Bord nicht gefunden.

Bolivien hatte Botschafter abgezogen

Die bolivianische Regierung bezeichnete den Vorfall als „Attentat“. Morales sei „vom Imperialismus gekidnappt“ worden. Bolivien hatte mit dem Abzug seiner Botschafter auf den Vorfall reagiert. In den vergangenen Tagen hatte Vizepräsident Linera unterstrichen, dass die beteiligten europäischen Staaten eine formelle Entschuldigung an Evo Morales richten müssten. Auch die sonst zögerliche Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hatte von den Botschaftern der europäischen Länder eine Erklärung gefordert, die diese zunächst verweigert hatten.

Morales erklärte nun, er habe mit seinem französischen Amtskollegen Hollande telefoniert, der sich formal entschuldigt habe, auch Spanien entschuldigte sich formal und räumte ein, dass das Verhalten nicht korrekt gewesen sei. Italien und Portugal hätten lediglich Erklärungen abgegeben, was Außenminister David Choquehuanca als unzureichend bezeichnete.

Morales erklärte, die europäischen Staaten hätten unter dem Druck der US-Behörden gehandelt. Er behielt sich vor, wegen des Vorfalls gegen Frankreich, Portugal, Spanien und Italien juristische Schritte auf internationaler Ebene einzuleiten. (bh)