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Morales muss wohl in die Stichwahl

Präsident von Bolivien Evo Morales. Foto: Reuters/U. Marcelino

Bei der Präsidentenwahl in Bolivien hat der Amtsinhaber die Nase vorn - wie erwartet. Doch für einen Sieg im ersten Wahlgang dürfte es für Evo Morales erstmals nicht reichen. Ein Ex-Staatschef ist ihm auf den Fersen.

Rund 45 Prozent für Evo Morales, gut 38 Prozent für seinen Hauptrivalen Carlos Mesa. Das ist das Ergebnis der ersten Runde der Präsidentenwahl in Bolivien, wie die Wahlkommission in La Paz nach Auszählung der meisten Stimmen mitteilte.

Damit kommt es Mitte Dezember voraussichtlich zu einer Stichwahl zwischen dem sozialistischen Staatschef Morales und seinem gemäßigt konservativen Amtsvorgänger Mesa, der Bolivien schon von 2003 bis 2005 regierte. Für einen Sieg in der ersten Wahlrunde wären eine absolute Mehrheit der Stimmen oder mindestens 40 Prozent mit zehn Prozentpunkten Vorsprung auf den Zweitplatzieren erforderlich gewesen.

Kandidatur als "Menschenrecht"

Morales, der erste indigene Staatschef des südamerikanischen Landes, hätte laut Verfassung eigentlich gar nicht ein viertes Mal zur Wahl antreten dürfen. Anfang 2016 verlor der ehemalige Koka-Bauer ein Referendum über eine Verfassungsänderung. Doch das Verfassungsgericht, besetzt mit regierungstreuen Richtern, urteilte Ende 2018, es sei sein "Menschenrecht", erneut kandidieren zu können.

Der Historiker und Journalist Mesa dürfte bei einer Stichwahl vom verbreiteten Unmut über Morales' Umgehung des Wiederwahl-Verbots profitieren. Auch kann er mit der Unterstützung der bisher eher uneinigen Opposition rechnen.

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