Bolivien |

Morales lässt ausländischen Grundbesitz prüfen

Bolivien will die Eigentumsverhältnisse von mehr als einer Million Hektar Land prüfen lassen, die sich im ausländischen Besitz befinden. "Wenn die Eigentümer bei der Inbesitznahme gegen geltendes Recht verstoßen haben, werden die Ländereien an den Staat zurückgegeben", erklärte Kabinettsmitglied Jose Manuel Pinto im staatlichen Radioprogramm. Ziel der Regierung sei es, so viel Fläche wie möglich für die Nahrungsmittelproduktion zu gewinnen.

Zugleich will die Regierung prüfen, was auf den überwiegend im Besitz von Brasilianern und Mexikanern befindlichen Ländereien produziert wird. Viele von ihnen würden "für den Drogenhandel verwandt, oder es finden illegale Rodungen statt", so Pinto. Die umstrittenen Besitzungen umfassen mehr als 10.000 Quadratkilometer; das entspricht etwa der vierfachen Fläche des Saarlandes.

Bolivien erlebt derzeit eine schwere Lebensmittelkrise. Die Opposition wirft der sozialistischen Regierung von Staatspräsident Evo Morales Misswirtschaft vor.

Quelle: kna