Bolivien |

Morales für soziale Gerechtigkeit

Bolivien Präsident Evo Morales wirbt für eine »Welt-Klima-Allianz«. Auf der 65. Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York schlug der Staatschef vier programmatische Ziele vor: Stärkung der Menschenrechte vor allem für Migranten, »Rettung der Mutter Erde« durch Vergabe von Natur-Rechten und die Förderung einer »Kultur des Friedens« durch Abrüstung sowie die Demokratisierung der UNO. Diese Forderungen der »Alternativen Klimakonferenz von Cochabamba« im April 2010 sollten von der Staatengemeinschaft nicht weiter ignoriert werden.

Es könne nicht sein, dass im 21. Jahrhundert Migranten verfolgt und ausgewiesen werden, Menschen, die wegen wirtschaftlicher und ökologischer Probleme emigrieren müssten, so Morales am Donnerstag vor dem UNO-Plenum. Das Anti-Einwanderungs-Gesetz von Arizona und die Rückkehrer-Direktive der Europäischen Union kriminalisiere die Migranten unnötig. Ihre Länder hätten nur eine kleine »historische Schuld« am Klimawandel, Bolivien sei dennoch eines der am meisten betroffenen Länder. Eine Million von zehn Millionen Bolivianern lebt im wirtschaftlichen Exil in Europa, den USA und Argentinien.

Mit einem Flugzeug verglich Morales das Weltklima, der von sozialen Bewegungen in Lateinamerika auch dieses Jahr wieder als »erster indigener Präsident seines Landes nach 500 Jahren Unterdrückung« für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde. Ob in der ersten oder dritten Klasse, alle Reisenden würden beim Absturz umkommen, weder Reich noch Arm könnten sich retten. Für den Klima-Gipfel im mexikanischen Cancún müsste gegen die globale Erwärmung eine Allianz gegründet werden, »damit wir zusammen den Planeten zur Abkühlung bringen«. (bb)