Guatemala |

Molina verstärkt Sozialprogramme

Mit einem neuen Sozialprogramm für Mütter will Guatemalas rechtskonservative Regierung die wachsende Armut im zentralamerikanischen 13-Millionen-Einwohnerland lindern. Zu Wochenbeginn startete Präsident Otto Pérez Molina gemeinsam mit Lucy Lainfiesta, Ministerin des im Februar gegründeten Ministeriums für soziale Entwicklung, ein Programm für die monatliche Zahlung von 300 Quetzales (28 US-Dollar).

Offiziellen Angaben zufolge soll die staatliche Hilfe »Mein sicherer Gutschein« (»Mi bono seguro«) an 757.765 Familien in 307 Gemeinden des Landes ausgezahlt werden. Die Überweisung der monatlichen Einmalzahlung pro Familie auf ein Bankkonto ist an den Besuch der Empfängerinnen von zwei Arztbesuchen vor und nach der Geburt eines Kindes geknüpft. Neben den Überweisungen sind Lebensmittelpakete und der Ausbau von Schulspeisung geplant.

Ex-General Molina, der seit Januar 2012 im Präsidentenamt ist, setzt damit die Sozialpolitik seines Vorgängers Alvaro Colom fort. Dessen Regierung hatte ab 2008 rund 16 Millionen US-Dollar für konditionierte Zahlungsprogramme ausgegeben, die Armutsbekämpfungs-Agenda »Sozialer Zusammenhalt« wie kostenlose medizinische Behandlungen und Alphabetisierungsprogramme erreichte offiziellen Statistiken zufolge rund 900.000 Familien.

Jeder Zweite lebt in Guatemala unter der offiziellen Armutsgrenze. Jüngste Zahlen der Vereinten Nationen hatten zuletzt Alarm geschlagen. Im Vergleich zu 2000 gab es 2006 rund 1,6 Millionen mehr Menschen in Armut, Tendenz steigend, so eine Anfang Mai vorgestellte Studien des UN-Büros für Entwicklung in Guatemala. Ungleiche Verteilung von Land, Eigentum und Einkommen, mangelnde Wirtschaftsentwicklung, Weltwirtschaftskrise, weniger Remesa-Überweisungen von Migranten aus dem Ausland und Korruption seien die Hauptursachen, erklärten die UN-Experten. (bb)