Chile |

Mörder von Ex-Militärchef nach 36 Jahren verurteilt

36 Jahre nach der Ermordung des einstigen chilenischen Armeechefs sind in Santiago sieben Ex-Militärs und zwei Zivilisten zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Die Angehörigen des Opfers zeigten sich am Donnerstag (Ortszeit) zufrieden mit den Urteilen des Obersten Gerichtshofes, obwohl das Strafmaß einiger Verurteilter verringert wurde.

Der frühere Armeechef Carlos Prats und seine Frau waren 1974 durch eine Autobombe im argentinischen Exil in Buenos Aires getötet worden. Für das Attentat wurden Mitglieder der chilenischen Geheimpolizei DINA verantwortlich gemacht, die Diktator Augusto Pinochet (1973-1990) eingerichtet hatte. Der Mord zählte zu den aufsehenerregendsten Verbrechen während der chilenischen Militärdiktatur. Der Prozess dauerte acht Jahre.

Die chilenische Armee verkündete noch am selben Tag, sie verurteile scharf alle Militärs, "die an diesem feigen Mordanschlag beteiligt waren". Der zum rechten Lager gehörige Staatspräsident Sebastian Pinera begrüßte die Gerichtsentscheidung. Ihm wird nachgesagt, während der Diktatur zeitweise Anhänger Pinochets gewesen zu sein.

Der Urteilsspruch wird in Chile als historisch bewertet, weil damit erstmals das illegale Vorgehen der DINA als bewiesen gilt. Der Geheimpolizei werden zahlreiche Verbrechen gegen die Menschlichkeit angelastet.

Prats war unter dem sozialistischen Präsidenten Salvador Allende (1970-1973) Oberbefehlshaber der Streitkräfte und 1972 auch Vizepräsident des Landes. 1973 trat der Allende-Unterstützer als Armeechef zurück. Sein Nachfolger wurde Pinochet, der rund drei Wochen später den Militärputsch gegen Allende anführte. Ex-General Prats ging ins Exil nach Argentinien.

Quelle: kna