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Mit Leib und Seele für die Menschen in Lateinamerika

Erst sehr wenigen Gruppen und Initiativen ist diese Ehre zuteil geworden. Doch nun zählt auch der Bochumer Ost-West-Arbeitskreis zum kleinen Kreis derer, die mit der Ehrentafel des Essener Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat ausgezeichnet wurden. „Sie gilt Ihnen als Zeichen des Dankes. Als Zeichen Ihres Engagements für die Menschen in Lateinamerika.“ Mit diesen Worten dankte Prälat Bernd Klaschka, Geschäftsführer von Adveniat, den Mitgliedern des Ost-West-Arbeitskreises für ihren langjährigen Einsatz. Im Rahmen einer Eucharistiefeier mit anschließendem Festakt verlieh Klaschka die Ehrentafel am 10. März 2012 im Bochumer Kolpinghaus.

„Außergewöhnlich“ müsse das Engagement sein, um die Auszeichnung zu erhalten, sagte Klaschka. „Es ist erst das vierte Mal, dass wir die Ehrentafel verleihen“, betonte er. Nachhaltigkeit, Eigeninitiative, Ehrenamt und die Solidarität mit Adveniat und Lateinamerika seien die entscheidenden Faktoren. Der Ost-West-Arbeitskreis erfüllt sie allemal: Seit über 30 Jahren unterstützt er die Arbeit des Hilfswerks durch Aktionen im Advent. „Angefangen hat es 1981 mit Kerzenziehen und -verkaufen. Hinzu kam unsere Weihnachtsbaumaktion“, sagte Gerhard Katzer, Sprecher des Arbeitskreises. Seit 1989 gibt es einen Stand auf dem Bochumer Weihnachtsmarkt mit Glühweinverkauf, Kakao und Spritzgebäck.

Über 600.000 Euro Spendengelder konnten seitdem gesammelt werden. Allein bei der Aktion 2011 waren es mehr als 42.000 Euro Reinerlös, der den Menschen in Lateinamerika zugute kommt eine Rekordsumme. Es sei beeindruckend, dass der Erlös von Jahr zu Jahr gesteigert werden konnte, sagte Klaschka. „Wichtiger als das Finanzielle ist aber Ihre innere Haltung und der Geist, aus dem Sie sich engagieren“, betonte der Prälat. Wodurch zeichnet sich dieser Geist aus? Was motiviert die Mitglieder des Ost-West-Arbeitskreises zu ihrem tatkräftigen Engagement? „Christ kann man nicht sein, wenn man nichts für andere tut“, sagte Katzer. „Das ist unser Beweggrund, uns immer wieder neu für Lateinamerika zu engagieren.“

Die Projekte, die mit dem Erlös finanziert werden, wählt der Arbeitskreis selbst aus. „In jedem Jahr stellt uns Adveniat eine Reihe möglicher Projekte vor“, sagte Katzer. „Wir besprechen dann, welchen wir uns jeweils widmen wollen.“ Dabei würde durchaus heftig diskutiert und um einzelne Projekte gekämpft werden. Neun waren es im vergangenen Jahr, darunter ein Jugenddorf in Chile, eine Aktion „Frauen gegen Prostitution“ in Argentinien und ein Schulprojekt auf Haiti für bessere Bildungschancen.

„Für uns ist ganz klar, dass es in diesem Jahr weitergeht“, betonte Katzer. „Wir planen jetzt schon die nächste Aktion.“ Der Weihnachtsmarktstand ist inzwischen stadtbekannt und erfreut sich großer Beliebtheit bei der Bevölkerung wie auch bei prominenten Gästen darunter Bischöfe aus Lateinamerika –, die alljährlich dem Stand einen Besuch abstatten. Was macht diesen großen Erfolg aus? „Es ist die Selbstlosigkeit der Mitglieder des Arbeitskreises“, sagte Klaschka. Ihnen gehe es nicht ums Geld, sie stünden hinter der Aktion. „Man merkt Ihnen ganz einfach an“, sagte der Prälat, „dass Sie sich mit Leib und Seele für die Menschen in Lateinamerika einsetzen.“ (tmg)