|

Miserable Qualität der Schulbildung

Ein Anfang November in Santo Domingo vorgestellter Untersuchungsbericht über die Qualität der Bildung im Land attestiert dem Karibikstaat zwar kleine Fortschritte, aber auch große Herausforderungen. Der vom Internationalen Programm für Lateinamerika und die Karibik (PREAL) und der Aktion für Bildung (Educa) in Zusammenarbeit mit der internationalen Organisation Plan República Dominicana herausgegebene Bericht bestätigt Fortschritte bei der Grundschulbildung gegenüber der ersten Untersuchung im Jahr 2006. So sei beispielsweise mehr Lehrpersonal mit einer abgeschlossenen Ausbildung angestellt worden und es würden mehr Mädchen die Schule besuchen.

Untersucht wurden die Kenntnisse in Mathematik und Sprachen bei Schülern der 3. bis 6. Klasse sowie die naturwissenschaftlichen Kenntnisse bei Schülern der 6. Klassen. Die Schüler aus der Dominikanischen Republik haben dabei im internationalen Vergleich mit 16 lateinamerikanischen Staaten am schlechtesten abgeschlossen. Bei landesweiten Vergleichen hätten nur drei von zehn Schülern die Aufgaben lösen können, so die Studie.

Ungleicher Zugang zu Bildung

Moniert wird in der Untersuchung auch, dass die Dominikanische Republik im regionalen Vergleich am wenigsten in die Bildung investiert. Zudem wird kritisiert, dass die Mittel nicht korrekt eingesetzt würden. Außerdem sei der Zugang zu Bildung besonders ungleich. Die reichsten Einwohner im Alter zwischen 15 und 49 Jahren seien durschnittlich doppelt so lange zur Schule gegangen, wie die ärmsten Bewohner des Landes. Im Durchschnitt gehen die Einwohner 9,7 Jahre zur Schule, wobei laut Untersuchung oft Klassen wiederholt werden müssen, was zu Frustration und oft zum Verlassen der Schule ohne Abschluss führe.

Die Autoren der Studie fordern daher unter anderem, einen höheren Anteil des Bruttoinlandsproduktes für Bildung zur Verfügung zu stellen und Maßnahmen zu ergreifen, um den ungleichen Zugang zu Bildung zu reduzieren. Auch die Ausbildung des Lehrpersonals müsse weiter verbessert und die Zentralisierung des Bildungssektors verringert werden. (bh)

Quelle: Adital