Brasilien |

Minister für Städte zurückgetreten

Der brasilianische Minister für Städte Mario Negromonte hat gestern in Brasilia seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der Grund dafür sind, nach Aussage Negromontes, die gegen ihn erhobenen Korruptionsvorwürfe, die in der lokalen Presse veröffentlicht wurden. „Diese Vorwürfe sind zwar haltlos, aber ich bin nicht bereit, einen Kampf mit der Presse zu führen“, erläuterte der Politiker gestern in seiner Rücktrittsrede.

Laut der lokalen Presse gab es im Ministerium für Städte Unregelmäßigkeiten bei Projekten, die im Zusammenhang mit der anstehenden Fußball- Weltmeisterschaft 2014 stehen. Angeblich hat Negromonte Wettbewerbsverfälschung betrieben, in dem er bei der Vergabe von Aufträgen bestimmte Firmen bevorzugt hat.

Der 61-Jährige ist bereits der siebte Minister, der seit der Kabinettsbildung und Amtsübernahme von Dilma Roussef am 1. Januar 2011 den Hut nehmen musste. Vor ihm sind bereits die Minister für Transport Alfred Nascimento, für Verteidigung Nelson Jobim, für Landwirtschaft Wagner Rossi, für Tourismus Pedro Noavais, für Sport Orlando Silva und für Arbeit Carlos Lupi sowie der Kanzleramtschef Antonio Palocci zurückgetreten. Bei all diesen Rücktritten war der Verdacht auf Korruption der Grund. Experten gehen davon aus, dass die brasilianische Regierungschefin Dilma Roussef noch in diesem Frühjahr eine umfassende Kabinettumbildung in Angriff nehmen wird.(aj)