Argentinien |

Mindestlohn steigt um 25 Prozent

Argentiniens gesetzlicher Mindestlohn (SMVM) steigt ab August 2013 von 2875 Pesos auf 3300 Pesos (454 Euro). In einem zweiten Schritt wird das Mindesteinkommen im Januar 2014 auf 3600 Pesos (495 Euro) festgelegt, vermeldete die Nachrichtenagentur Telam am Montag. Im selben Rhythmus wird der Mindeststundenlohn auf 16,50 Pesos (2,27 Euro) beziehungsweise 18 Pesos (2,48 Euro) angehoben. Das Gesetz formalisiert den vor Gericht einklagbaren Mindestlohn und hebt seine Bedeutung für die „Stärkung des gesellschaftlichen Dialogs und der demokratischen Kultur im Bereich der Arbeitsbeziehungen“ hervor.

Die Lohnfestsetzung ist Ergebnis der zehnten, unter Präsident Néstor Carlos Kirchner 2004 eingeführten Mindestlohn-Verhandlungsrunde zwischen Regierung, Gewerkschaften und Unternehmensverbänden. Bei den Gesprächen vergangene Woche stand neben der Höhe auch die Zeitschiene der Lohnanhebung zur Diskussion. Der Gewerkschaftsdachverband (CTA) hatte in einer Pressekonferenz seine Forderungen bekannt gegeben. „Unserer Vorschlag sind 25 bis 26 Prozent, was den Mindestlohn auf 3500 Pesos bringt, und den Empfehlungen der Verhandlungen am Runden Tisch entspricht“, so CTA-Vorsitzender Hugo Yasky. Beim Amtsantritt von Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner 2007 lag der Mindestlohn bei 1200 Pesos (163 Euro).

Weitere Diskussionsthemen der Agenda waren Arbeitsmarktprobleme, Ausbeutung am Arbeitsplatz, Leiharbeit und Kinderarbeit. Noch immer seien in Argentinien „trotz der großen Fortschritte in den letzten zehn Jahren durch die Schaffung von mehr als 4,5 Millionen Arbeitsplätzen“ 35 Prozent der Arbeiter nicht registriert, erklärte Yasky. Von der jüngsten Anhebung um 25,2 Prozent profitieren laut offizieller Berechnungen rund 113.000 Arbeiter, was rund zwei Prozent aller registrierten Lohnempfänger entspricht. Der Mindestlohn entspricht rund 38 Prozent des Durchschnittslohns eines regulär Beschäftigten. Darum habe der Mindestlohn laut Arbeitsministerium für die schwächsten Arbeiter einen „bedeutenden Effekt“ und biete einen Referenzwert für informell Beschäftige. (bb)