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Mindestens 50 neue Atomkraftwerke geplant

Brasiliens Regierung, erst unter Lula, und nun unter der Präsidentin Dilma Rousseff, holt ein Projekt nach dem anderen aus der Zeit der Militärdiktatur wieder hervor. Nach der Umleitung des Rio São Francisco, den Staudamm- und anderen riesigen Infrastrukturprojekten, erlebt in Brasilien nun die Entwicklung der Atomenergie eine Renaissance.

Störfälle in Angra dos Reis

Während sich auf der ganzen Welt Widerstand gegen die Atomkraft regt – vor allem seit der Katastrophe von Tschernobyl 1986 – plant die brasilianische Regierung den Bau von mindestens 50 neuen Atomkraftwerken. Dabei gibt es schlechte Erfahrungen mit dem etwa 100 Kilometer von Rio de Janeiro entfernten, in der Nähe eines beliebten Urlaubsgebietes gelegenen Atomkraftwerk in Angra dos Reis. Hier wurden immer wieder Störfälle verzeichnet. Die Folge war, dass Brasilien zwischenzeitlich alle weiteren Atomkraftwerkprojekte auf Eis legte.

Atommüll-Lagerung im Naturschutzgebiet?

Als erster Standort für das Atomkraft-Revival wurde das Ufer des Rio São Francisco ausgeschaut, der auf einer Länge von rund 3.000 Kilometer durch den Osten Brasiliens fließt. Der bei den Brasilianern sehr beliebte Fluss spielt in der Volkskultur eine wichtige Rolle. Unter anderem wird - unsinnigerweise - damit argumentiert, dass hier nur wenige Menschen leben. Außerdem befinde sich mit dem im Bundesstaat Bahia gelegenen Naturschutzgebiet Raso da Catarina in der Nähe ein idealer Ort für die Lagerung von Atommüll. (bs)

Quelle: adital