Haiti |

Millionen droht Hunger

(Symbolfoto): Ordensschwester im Gespräch mit Mädchen in Haiti. Foto: Jürgen Escher/ Adveniat

In Haiti werden die Lebensmittel und Medikamente aufgrund der anhaltenden Anti-Regierungsproteste immer knapper. Am Wochenende gingen in der Hauptstadt Port-au-Prince und anderen Städten wieder tausende Menschen auf die Straßen, um den Rücktritt von Präsident Jovenel Moise zu erzwingen und Straßenblockaden zu errichten, so die Nachrichtenagentur EFE.

Über ein Drittel der 11 Millionen Einwohner sei einer "ernsthaften Nahrungsmittelunsicherheit" ausgesetzt, warnte das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP). Einer WFP-Studie zufolge hätten rund 3,7 Millionen Menschen Probleme an Nahrungsmittel zu kommen, teilte WFP-Sprecherin Herve Verhoosel laut Nachrichtenagentur AFP mit. Schuld daran seien steigende Preise, eine schwächelnde Landwirtschaft und die Proteste. 

Mehr als eine Million Haitianerinnen und Haitianer seien mit einer "Notlage" konfrontiert, was laut WFP eine Stufe vor einer "Hungersnot" ist. Wegen der Proteste sei die WFP nicht mehr in allen Landesteilen in der Lage, ihre Hilfsprogramme an die Leute zu bringen, warnte Verhoosel. Ende vergangener Woche war im Hauptstadt-Hafen das US-Krankenhausschiff "USNS Comfort" eingelaufen, wo sich Berichten der Nachrichtenagentur AP zufolge am ersten Tag bereits hunderte Kranke und Verletzte behandeln ließen. (bb)

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