Honduras |

Militärpolizei schießt auf Demonstranten

Mittelamerika Honduras Proteste Menschenrechte

Ein schwerbewaffneter Soldat im Wahllokal in Tegucigalpa: Foto (Archivbild 2009): Adveniat/Achim Pohl

Bei den anhaltenden Protesten gegen die Regierung von Präsident Juan Orlando Hernández in Honduras Hauptstadt Tegucigalpa sind Medienberichten zufolge mindestens acht Menschen verletzt worden. Am Montag, 24. Juni 2019, waren Einheiten der Militärpolizei in die Universität UNAH eingedrungen und schossen mit scharfer Munition auf Studentinnen und Studenten, berichtete die Nachrichtenagentur AFP am Folgetag.

Rund 2.000 Studenten hatten eine Straße entlang des Universitätsgeländes in der Hauptstadt blockiert, schreibt AFP. Nachdem das Militär Tränengas gegen die Demonstranten einsetzte, warfen diese Steine auf die schwer Bewaffneten. Daraufhin eröffneten die Soldaten das Feuer, mindestens fünf Studenten seien von den Kugeln getroffen worden, so eine Krankenhaussprecherin des staatlichen Hospitals „Escuela“. Die Militärpolizei ließ mitteilen, dass man aus Selbstverteidigung auf die „angeblichen Studenten“ geschossen habe.

Seit Tagen gehen tausende Menschen auf die Straße, um unter dem Motto „Fuera JOH“ (deutsch: „JOH raus!“) den Rücktritt des konservativen Präsidenten Orlando zu fordern. Letzte Woche kamen bei Protesten zwei Menschen ums Leben. Die paramilitärische Militärpolizei wurde 2013 von der konservativen Regierung ins Leben gerufen und untersteht der Armeeführung. Honduras durchlebt eine politische, soziale und wirtschaftliche Krise. Honduras ist das Land mit der weltweit höchsten Mordrate. Laut Ärzte ohne Grenzen hat jeder zweite Geflüchtete aus Honduras seine Heimat wegen der anhaltenden Gewalt verlassen. (bb)

Weitere Nachrichten zu: Soziales