Chile |

Militärgericht dementiert Urteil

In Chile herrscht Unklarheit über den Verfahrensstand im Fall des Polizisten, der bei einer Räumungsaktion eines von Mapuche-Indígenas besetzten Grundstücks in Angol 600 Kilometer südlich der Hauptstadt unnötige Gewalt angewendet hatte. Patricio Jara hatte den Aktivisten Jaime Mendoza Collí im August 2009 in den Rücken geschossen, woraufhin der 24jährige im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag.

Lokale Medien wie die Tageszeitung »El Mercurio« und der Radiosender »Radio Cooperativa« hatten am Freitag die Meldung verbreitet, das zuständige Militärgericht der südchilenischen Stadt Valdivia unter Leitung des Richters Eleuterio Ramírez habe den Carabinero zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt und damit dem Antrag des ermittelnden Militärstaatsanwaltes Rodrigo Vera Lama stattgegeben.

Wie die Nachrichtenagentur EFE am Sonnabend berichtete, habe das Militärgericht das Urteil jedoch nicht bestätigt. Der Prozess sei noch nicht abgeschlossen, zudem könne der Angeklagte vor den höheren Instanzen des Kriegsgerichtes und des Obersten Gerichtes in Revision gehen. (bb)