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Militärdiktatur: Richter bitten um Vergebung

Vor dem 40. Jahrestag des Militärputsches in Chile hat sich die Justiz des Landes öffentlich für ihre Rolle in der Zeit der Militärdiktatur (1973-1990) entschuldigt: "Die Zeit ist gekommen, um Vergebung zu bitten", heißt es in einer am Dienstag, 3. September, (Ortszeit) veröffentlichten Erklärung der Richtervereinigung. Sie räumt eine Mitschuld an Menschenrechtsverbrechen ein: "Das Justizsystem und ganz besonders das Oberste Gericht haben damals als Garanten der grundlegenden Menschenrechte versagt. Sie haben es versäumt, die Opfer der Misshandlung durch den Staat zu schützen."

Während der Militärdiktatur in Chile wurden rund 3.000 mutmaßliche Regimegegner ermordet und etwa 28.000 gefoltert. Am 11. September 1973 war der chilenische General Augusto Pinochet mit Hilfe eines Militärputsches gegen den demokratisch gewählten, sozialistischen Präsidenten Salvador Allende an die Macht gekommen.

Quelle: KNA

Eine übersetzte Zusammenfassung der öffentlichen Entschuldigung finden Sie hier:

http://www.blickpunkt-lateinamerika.de/stimmen_aus_lateinamerika