Honduras |

Militär geht gegen Journalisten vor

In Honduras schlägt die Ermordung von Journalisten weiter Wellen. Nach einer Demonstration für Pressefreiheit von rund 50 Journalisten am Dienstag in Honduras´ Hauptstadt Tegucigalpa lösten Militäreinheiten die Veranstaltung gewaltsam auf. Seit dem Staatsstreich 2009 gegen Präsident Manuel Zelaya sei die Ermordung kritischer Medienvertreter »auf ein kriminelles Niveau angestiegen, was das Leben und die journalistische Arbeit gefährdet«, zitiert die spanische Agentur EFE die Demonstranten, deren Aufmarsch vor dem Regierungspalast verhindert wurde.

»In Honduras gibt es keinen Rechtsstaat mehr«, beklagte der Menschenrechtler Jari Dixon im Fernsehinterview das Vorgehen der Sicherheitskräfte. »Wir wurden mit Schlagstöcken geprügelt, mit Tränengas wurden wir zurückgedrängt«, erklärte Claudia Mendoza, Mitorganisatorin des Protestzuges »Journalisten für das Leben und Meinungsfreiheit«. Im Inland und der internationalen Gemeinschaft wolle man »die Aggression gegen die Presse« nun publik machen. Man werde nicht »stumm und schlafend« bleiben, so Mendoza zur brutalen Reaktion der Sicherheitskräfte.

Die Regierung von Präsident Porfirio Lobo bestritt derweil jegliche Aggression gegen die Demonstranten. »Es wird untersucht, wer den Auflösungsbefehl gegen die Journalisten gegeben hat«, so Regierungssprecher Miguel Ángel Bonilla. Zwischen 2010 und 2011 wurden in Honduras 17 Medienvertreter von Unbekannten ermordet. Für Aufsehen hatte die jüngste extralegale Hinrichtung der TV-Journalistin Luz Marina Paz und ihrem Begleiter Delmer Canales vor einer Woche gesorgt. Unbekannte hatten die Kritikerin des Staatsstreiches von 2009 von einem Motorrad aus erschossen. (bb)