Bolivien |

Militär gegen Kriminalität

Boliviens Regierung hat der Straßenkriminalität den Kampf angesagt. Am Wochenende wurden Medienberichten zufolge 2.300 Soldaten in die vier großen Städte des Landes beordert, um die örtlichen Behörden bei der Erfüllung von Sicherheitsaufgaben zu unterstützen. Vor einer Woche hatte Präsident Evo Morales Armee-Patrouillen am Tag und in der Nacht angeordnet, die Aktion »Sichere Stadt« dauert zunächst 90 Tage.

Innenminister Carlos Romero zufolge habe der Einsatz in La Paz, El Alto, Cochabamba und Santa Cruz de la Sierra erste Erfolge gebracht. »Die Kriminellen haben sich angesichts der Mobilisierung von Polizei und Militär zurückgezogen«, so Romero am Wochenende. Seit zwei Jahren ist dies bereits der zweite Einsatz von Armeeeinheiten zur Unterstützung der Nationalpolizei. Kritiker bezeichnen die Maßnahme als unzureichend.

Seit Februar 2012 sind in der Andenstadt El Alto über 70 Menschen von Kriminellen ermordet worden. Dabei handelt es sich um Banden, die ihre Opfer auf offener Straße strangulieren und ausrauben. Für Aufsehen im ganzen Land hatte die Ermordung zweier Journalisten in El Alto im Februar gesorgt. Der Tod der Geschwister Verónica und Víctor Hugo Peñasco Laime hatte zu Bürgerprotesten für mehr Sicherheit geführt. Auch die Wiedereinführung der Todesstrafe wurde gefordert. Im Gespräch ist nun auch ein Alkohol-Verbot in der öffentlichkeit. (bb)