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Michoacan: Inhaftierte Studenten gegen Kaution frei

Wegen Mangels an Beweisen hat ein Richter die Freilassung der letzten acht noch verbliebenen inhaftierten Lehramtsstudenten angeordnet. Für ihre Beteiligung beim Anzünden von Fahrzeugen während der Studentenproteste in Michoacán Mitte Oktober konnten keine Beweise vorgebracht werden. Die Beschuldigten wurden gegen Kaution frei gelassen. Die Staatsanwaltschaft hat jedoch bereits angekündigt, Revision einzulegen.

Laut lokalen Pressemeldungen haben Studenten bei der Generalstaatsanwaltschaft (PGR) Anzeige gegen Angehörige der Polizei gestellt. Die Studenten werfen den Sicherheitskräften Folter, Amtsmissbrauch sowie unangebrachte Gewaltanwendung bei den Räumungsaktionen am vergangenen 15. Oktober vor.

Klage vor Menschenrechtskommission angekündigt

Im Zuge von Auseinandersetzungen mit staatlichen Sicherheitskräften waren Mitte Oktober 176 Studenten verhaftet worden. Nach Behördenaussagen hätten die Protestierenden 82 Busse und Lastkraftwagen in ihre Gewalt gebracht, 13 Fahrzeuge seien ausgebrannt. Gewerkschafter Studentenverbände und Menschenrechtler kritisierten den brutalen Einsatz der Sicherheitskräfte bei der Räumung von besetzten Schulen, Straßenblockaden und gekaperten Fahrzeugen. Laut der Lehrergewerkschaft CNTE seien viele der Inhaftierten durch Schläge verletzt worden.

Die Proteste richteten sich gegen Änderungen im Lehrplan, mit denen die Unterweisung indigener Sprachen abgeschafft und stattdessen Computer- und Englischkurse eingeführt werden sollen. Das Studium soll sich deshalb auch um ein Jahr verlängern.

Zwei Anwälte der Organisation „Demokratische Anwälte“ haben gegenüber Pressevertretern erklärt, wegen Folter eine Klage bei der Nationalen Menschenrechtskommission (CNDH) einreichen. (bh)