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Mexiko: „Es reicht - kein Blut mehr"

„Ich habe den Drogenkrieg gewissermaßen hautnah miterlebt allerdings die positive Variante davon: ... eine Art Protestmarsch, der in Stille auf die Leiden der Zivilbevölkerung aufmerksam machen wollte.“ Das berichtet Dr. Magdalena Holztrattner, Adveniat-Referentin für Mexiko, die das Land kürzlich in einer dreiwöchigen Dienstreise besucht hat. Die mexikanische Bevölkerung würde inzwischen nicht mehr schweigen, sondern ganz klar sagen: „Es reicht, kein Blut mehr“, so Holztrattner.

Bei ihrer Reise sei es einerseits darum gegangen, die Projekte vor Ort zu besuchen und mit den Partnern von Adveniat ins Gespräch zu kommen. „Andererseits möchten wir das Land besser kennen lernen“, sagt die Länderreferentin. Dies würde auch die Arbeit in der Adveniat-Geschäftsstelle in Essen bereichern. Die meiste Zeit ihres Besuches sei sie in Mexiko-Stadt gewesen, wo sie auch dem Protestmarsch begegnet sei, so Holztrattner Protest gegen einen Konflikt, der inzwischen etwa 40.000 Tote gefordert habe.
Und weshalb bekommt der Staat diese Situation nicht in den Griff? „Schuld hat ganz klar die zu große Korruption in Mexiko“, sagt die Referentin. Vor allem die mexikanische Polizei sei korrupt, es fehle an bundesstaatlicher Kontrolle. Schließlich stelle sich die Frage, ob überhaupt Interesse daran bestehe, die Situation zu verändern, so Holztrattner. Profitieren würden beispielsweise auch die USA, die den Krieg nutzten, um ihre Interessen in Mexiko durchzusetzen etwa durch Militärhilfe.

Jüngst wurde der Vorschlag gemacht, die Drogen zu legalisieren, um die Macht der Kartelle zu brechen. Ist das der richtige Weg? „Ich persönlich bin für eine Legalisierung“, sagt Holztrattner, „allerdings ... mit Begleitmaßnahmen.“ Dazu gehöre eine massive Aufklärungskampagne über die Folgen des Drogenkonsums sowie eine Verschärfung und Kontrolle der Waffengesetze. Denn „Waffenproblematik und Drogenkrieg hängen unmittelbar zusammen“, so die Länderreferentin. (tmg)

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