Mexiko, Guatemala |

Mexikanische Nationalgarde stoppt erneut Migranten

Erneut haben mexikanische Militärpolizisten mit Einsatz von Tränengas und Pfefferspray rund 1000 Migranten an der Grenze zu Guatemala gestoppt. Einige versuchten zu fliehen, andere wurden in Bussen abtransportiert. 

Die mexikanische Nationalgarde hat am Donnerstag, 23. Januar 2020, erneut rund 1000 Migranten aus Mittelamerika daran gehindert, auf mexikanischem Territorium weiter nach Norden zu marschieren. Die Migranten überquerten den Grenzfluss Suchiate zwischen Guatemala und Mexiko. Auf der mexikanischen Seite, einige Kilometer hinter der Grenze, stand bereits ein Einsatzkommando der Nationalgarde mit Schutzschilden und Helmen bereit.

Zunächst versuchten Migranten die Grenzschützer im Gespräch zur Freigabe des Wegs zu bewegen, dann begannen sie mit Sprechchören: "Wir wollen durch". Viele knieten sich für Gebete auf den Boden. Es folgten Zusammenstöße. Das meldete die Nachrichtenagentur AP heute Morgen. Demnach setzten mexikanische Nationalgardisten Pfefferspray und Tränengas gegen die Migranten ein, um die Gruppe auseinanderzutreiben. Laut Informationen von Deutsche Welle warfen die Migranten daraufhin Steine auf die Einsatzkräfte. 200 Menschen versuchten, vor der Nationalgarde zu fliehen, um nicht verhaftet und abgeschoben zu werden, meldete die Migrationsbehörde nach dem Einsatz. 800 Menschen wurden von den Grenzschützer festgenommen, darunter auch zahlreiche Frauen mit minderjährigen Kindern. In Bussen wurden sie in Flüchtlingsunterkünfte gebracht. Wohin genau, ist nicht bekannt. Insgesamt war es der dritte Versuch der Migranten in drei Tagen, die Grenze nach Mexiko zu überqueren.

Minister rechtfertigt Einsatz

Sicherheits-Minister Alfonso Durazo Montano rechtfertigte den Einsatz der Sicherheitskräfte; er sei verantwortungsvoll und kontrolliert erfolgt, sagte Durazo laut "El Universal" am Donnerstagabend. Sollte es zu einzelnen Verstößen gegen die Menschenrechte gekommen sein, seien dies Einzelfälle, die nicht der vorgegebenen Linie entsprächen. Die Nationale Kommission für Menschenrechte (CNDH) kündigte eine Untersuchung der ersten Zusammenstöße an der Grenze zu Wochenbeginn an.

Die honduranische Tageszeitung "La Tribuna" berichtete unterdessen, dass innerhalb der vergangenen drei Tage mehr als 1.700 Honduraner, die sich mit der jüngst gestarteten Karawane auf den Weg nach Norden aufgemacht hatten, aus Mexiko und Guatemala in ihr Heimatland zurückgeführt wurden.

Am Montag war es am Rio Suchiate, der Mexiko und Guatemala trennt, zu Zusammenstößen zwischen Migranten und Sicherkräften gekommen. Zuvor hatte sich ein Treck mit rund 3.000 Migranten aus Honduras auf den Weg in Richtung USA aufgemacht. Eine kleinere Gruppe aus El Salvador will sich laut Medienberichten dem bestehenden Flüchtlingstreck anschließen.

Vor zwei Jahren hatte ein Migrantentreck aus Honduras in Richtung USA weltweite Beachtung gefunden. Die Karawane schaffte es allerdings nur bis in die nordmexikanische Grenzstadt Tijuana. Der Versuch, die amerikanische Grenze zu überrennen, scheiterte. US-Präsident Donald Trump fordert Milliarden Dollar für den Bau einer Grenzmauer, um illegale Einwanderung in die USA zu verhindern. Inzwischen hat Mexiko rund 6.000 Sicherheitskräfte entsandt, um seine eigenen Grenzen besser zu bewachen.

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