Haiti |

Menschhändlerring "exportiert" junge Haitianer

Von Haiti aus operiert nach Angaben der staatlichen venezolanischen Nachrichtenagentur "AVN" ein Netzwerk an lateinamerikanischen Menschenhändlern. Die kriminellen Banden versprechen dabei vor allem jungen Menschen der Karibikinsel ein Ausland ein Studium, wenn sie als Gegenleistung eine hohe Ablösesumme bezahlen.

"AVN" stützt sich dabei auf Erkenntnisse der lokalen haitianischen Jesuiten-Flüchtlingshilfsorganisation Servicio Jesuita a Refugiados y Migrantes (SRJM). Neben Venezuela seien in Ecuador, Chile und Brasilien bereits Opfer dieser Praktiken aufgetaucht, berichtet die Agentur weiter. Im Ausland angekommen erwarte die jungen Haitianer allerdings kein Studium, sondern die Zwangs-Prostitution oder eine sklavenähnliche Arbeit auf Plantagen oder in Privathaushalten.

Erst in der vergangenen Woche hatte die Polizei in Ecuador 33 junge Haitianer und Haitianerinnen aus einem Wohnhaus befreit, in dem sie unter sklavenähnlichen Bedingungen festgehalten wurden.Die Jesuiten-Flüchtlingshilfsorganisation (SRJM) rief die lateinamerikanischen Länder dazu auf, eine regionale Strategie zu entwerfen, um einen wirkungsvollen Schutz für die Migranten aus Haiti zu gewährleisten. Derzeit gibt es unterschiedliche Einreisebestimmungen, die von den Menschenhändlerringen ausgenutzt werden, um ihre Opfer einzuschleusen. (TK)