Honduras |

Menschenrechtsbeobachter in Bajo Aguán verhaftet

Der Menschenrechtsbeobachter und Aktivist Rudy Hernández ist am Montag in seinem Haus von der honduranischen Polizei verhaftet worden, wie verschiedene Agenturen unter Berufung auf die Menschenrechtsorganisation COPINH melden. Hernández ist Mitglied des Observatoriums für Menschenrechte in Bajo Aguán sowie der „Stiftung San Ignacio Alonzo“ und landwirtschaftlicher Berater der Kleinbauernbewegung von Rigores. Zudem fungiert Hernández als Zeuge der Interamerikanischen Menschenrechtskommission CIDH in Bezug auf die Repression in der Region.

Die Organisation COPINH bezeichnete die Verhaftung als „willkürlich und illegal“. Hernández sei von der Polizei in die Stadt Tocoa gebracht worden. Die Organisation mahnte die Behörden, die physische und psychische Integrität des Menschenrechtsbeobachters zu respektieren und forderte dessen sofortige Freilassung. In einer im Internet veröffentlichten Erklärung des Observatoriums erklärt dessen Sprecher Wilfredo Paz, Hernández werde der Vergewaltigung beschuldigt. Die diesbezüglichen Aussagen der Polizei seien jedoch widersprüchlich und mit großer Wahrscheinlichkeit falsch.

"Falsche Anschuldigungen" sollen Misstrauen schüren

Bereits am vergangenen 9. Februar sei ein anderer bäuerlicher Aktivist der Organisation MUCA unter demselben Vorwand verhaftet worden. Die Anschuldigungen hätten sich jedoch als falsch erwiesen. „Wir sind alarmiert, dass derartige Anschuldigungen gegen Mitglieder der Bewegungen vorgebracht werden“, so Paz. Damit werde das Ziel verfolgt, die Bauernbewegung zu diskreditieren und Misstrauen zu verbreiten.

Bei seit Jahren schwelenden Landkonflikten zwischen Großgrundbesitzern und Angehörigen von Kleinbauernorganisation in der Region Aguán (Department Colon) sind in etwas mehr als zwei Jahren über 50 Kleinbauern ums Leben gekommen. Die Behörden reagierten im letzten Jahr mit einer Militarisierung der Region auf die Konflikte, die von sozialen und Menschenrechtsorganisationen stark kritisiert wird. Erst vor einer Woche hatte dort ein internationales Solidaritätstreffen von Menschenrechtsaktivisten mit über 1.000 Teilnehmern stattgefunden, mit dem vor allem auf die prekäre Menschenrechtssituation in dieser Region aufmerksam gemacht werden sollte. (bh)