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Menschenrechtler: Arbeitsrechte für Hausangestellte verbessert

Die Rechte der weltweit bis zu 100 Millionen Hausangestellten sollen gestärkt werden. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) verabschiedete am Donnerstag in Genf mit überwältigender Mehrheit eine entsprechende Konvention. Deutsche Menschenrechtsorganisationen sprachen von einem Meilenstein.

Die Konvention schreibt fest, dass Hausangestellte die gleichen Arbeitsrechte besitzen wie andere Angestellte. Dazu gehören laut dem Papier angemessene Arbeitszeiten, eine wöchentliche Ruhezeit von mindestens einem ganzen Tag und klare Informationen über Arbeitsbedingungen. Laut ILO stellen Hausangestellte zwischen 5 und 9 Prozent der gesamten Beschäftigten in Entwicklungsländern und bis zu 2,5 Prozent in industrialisierten Ländern. Verletzungen der Menschenrechte und Missbrauch von Abhängigkeiten seien für viele Hausangestellte eine tägliche Erfahrung.

Die katholische Entwicklungsorganisation Justitia et Pax (Gerechtigkeit und Frieden) bezeichnete in Bonn die Konvention als "historischen Durchbruch". Jetzt müsse das internationale Übereinkommen auch in nationales Recht der 183 Mitgliedsstaaten umgesetzt werden. Die Deutsche Kommission Justitia et Pax ist eine Art "Runder Tisch" der katholischen Einrichtungen und Organisationen, die im Bereich der internationalen Verantwortung der Kirche in Deutschland tätig sind. Themenschwerpunkte sind Entwicklungs-, Friedens- und Menschenrechtspolitik.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erklärte, Hausangestellten würden routinemäßig Rechte wie etwa wöchentliche arbeitsfreie Tage, Arbeitszeitbeschränkungen oder Mindestlöhne verweigert. Sie seien zudem einem breiten Spektrum schwerer Menschenrechtsverletzungen und ausbeuterischer Methoden ausgesetzt, etwa körperlichem und sexuellem Missbrauch, Zwangsarbeit, Freiheitsberaubung durch Zwangsunterbringung und Menschenhandel. Die Organisation kritisierte die Haltung der Europäischen Union, die in den zweijährigen Verhandlungen die meisten Bedenken vorgebracht und sich häufig für schwächere und flexiblere Regelungen ausgesprochen habe.

Quelle: kna