Bolivien |

Menschen mit Behinderung erhalten Sonderrente

In Bolivien erhalten Personen mit körperlicher Behinderung eine monatliche Sonderrente von umgerechnet 107 Euro. Nach Verhandlungen in La Paz zwischen Vertretern eines Behinderten-Protestmarsches und der Regierung der »Bewegung zum Sozialismus« (MAS) konnte am Wochenende eine Einigung erzielt werden. »Noch während der laufenden Legislaturperiode 2012 wird die Solidaritätsrente von 1.000 Bolivianos ausgezahlt«, erklärte Innenminister Carlos Romero auf einer Pressekonferenz am 5. Februar.

Im gesamten Andenland werden rund 20.000 Menschen von den Zahlungen profitieren, so offizielle Daten. Voraussetzung für die Auszahlung ist der Nachweis eines Behinderten-Ausweises, der vor dem 31. Januar 2012 erstellt wurde. »Diese wird Personen mit schweren und schwersten Behinderungen zugute kommen«, verlas Romero in La Paz das Protokoll der Verhandlungsergebnisse. An den Gesprächen mit den nationalen Behinderten-Verbänden hatte neben Romero Gesundheitsminister Juan Carlos Calvimontes teilgenommen.

Die Organisation zur Verteilung der Gelder unterliegt der »Bolivianischen Vereinigung von Personen mit Behinderung« (COBODPI) und der »Karawane zur Integration der Rollstuhlfahrer«. Beide Verbände hatten einen Protestmarsch von der Tiefland-Stadt Trinidad nach La Paz organisiert, der seit 80 Tagen unterwegs ist und sich derzeit in der Nähe der zentralbolivianischen Stadt Cochabamba befindet. Nach Erfüllung ihrer Forderungen werde man nach Hause zurückkehren, so Karawanen-Sprecher Carlos Mariaca.

»Die Gesellschaft hat die Behinderten endlich wahrgenommen«, begrüßte Mariaca die Einigung. Allein Geldzahlungen seien für die Anerkennung ihrer Rechte jedoch nicht ausreichend. Das Gesundheitsministerium kündigte derweil eine Neuordnung der Schädigungs-Grade von Menschen mit leichter, schwerer und sehr schwerer Behinderung an. Bis zum 8. Februar muss nun ein Parlaments-Gesetz das Abkommen festschreiben. (bb)