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Mehrheit der entführten Migranten stammt aus Honduras

Der überwiegende Teil der in Mexiko entführten Migranten stammt nach einem Bericht der Tageszeitung "La Prensa" aus Honduras. Nach Angaben der kirchlichen Organisation "Pastoral de Movilidad Humana en México" sind rund 80 Prozent der Opfer der Verschleppungen Honduraner.

Organisations-Sprecherin Leticia Gutiérrez forderte die mexikanische Regierung auf, sich dem Problem zu stellen: "Wenn wir uns nicht um dieses soziale Problem kümmern, dann werden die Regierungen in Zentralamerika Menschen zurückbekommen, die gefoltert wurden und die Zeugen von Ermordungen waren. Wir können die Menschen so nicht alleine lassen. Der psychologische Schaden, der sich auf die Gesellschaft und auf die Familien auswirkt, muss von den Staaten ernstgenommen werden."

Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wurden allein im Jahr 2010 in Mexiko 9778 Migranten entführt, um sie zum Drogenhandel, Prostitution oder Menschenhandel zu zwingen. Hauptverantwortlich ist dafür vor allem die Drogenmafia, die sich den rechtlosen Status der illegalen Einwanderer, die über Mexiko in die USA zu gelangen versuchen, zu Nutze macht. Ein Großteil der illegalen Einwanderer stammt nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen aus Honduras. Eine offizielle Statistik gibt es allerdings nicht. (tok)