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Mehrere Todesopfer durch Brandstiftung in Flüchtlingslagern

Bei mehreren künstlich gelegten Bränden in verschiedenen Zeltlagern von Opfern des schweren Erdbebens im Jahr 2010 sind zwischen dem 8. Februar und dem 18. März dieses Jahres 6 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch mehrere Kinder. Mehr als 160 Zelte von Bewohnern sind verbrannt. Dies meldete der Zusammenschluss von mehreren Nichtregierungsorganisationen GARR in einer kürzlich veröffentlichten Erklärung. Darin kritisieren die Organisationen die Tatenlosigkeit und das Schweigen der Behörden angesichts der Vorfälle.

So gingen beispielsweise am 12. März durch Brandstiftung 100 Zelte im Innenhof des Lyzeums von Toussaint Louverture im Stadtzentrum von Port au Prince in Flammen auf. Dabei starben 5 Personen, darunter eine Mutter mit zwei Kindern im Alter von 12 und 10 Jahren.

Stillschweigen und Tatenlosigkeit der Behörden

Es sei von den Behörden „keinerlei Untersuchung zu den Bränden eingeleitet worden, welche als eine Straftat mit dem Ziel anzusehen sind, um die Flüchtlingsfamilien zum Verlassen der Lager zu bewegen“, kritisiert GARR. Kriminelle würden in die Lager eindringen und Brände legen, zum Teil würden die Bewohner dabei auch geschlagen, so die Organisationen unter Verweis auf Vorfälle vom Dezember des vergangenen Jahres.

GARR kritisiert die Verletzung des Rechts auf Leben und Sicherheit der Erdbebenopfer in den Zeltlagern und fordert mit Verweis auf die UN-Mitgliedschaft Haitis die Einhaltung der Flüchtlingsrechte und ein unverzügliches Einschreiten der Behörden.

Am 12. Januar 2010 hatte ein schweres Erdbeben weite Teile Haitis zerstört. Die Zahl der Todesopfer liegt nach Schätzungen zwischen 200.000 und 500.000 Menschen. Rund 2,3 Millionen Menschen verloren im ärmsten Land der westlichen Welt ihr Zuhause, rund eine halbe Million Menschen lebt derzeit noch immer in Zeltstädten, welche die Regierung gern auflösen möchte. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte bereits im Mai 2011 mehrere unrechtmäßige Vertreibungen von Bewohnern der Zeltlager kritisiert. (bh)