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Mehr Medikamententests in der Region

Internationale Pharmakonzerne erproben ihre neuen Medikamente zunehmend in Ländern wie Brasilien und Mexiko. Klinische Versuche kosten dort weniger als etwa in den USA. Statistiken der US-Gesundheitsbehörde NIH belegen, dass in Brasilien mehr als 2.000 Medikamententests durchgeführt wurden. In Mexiko fanden rund 1.300 und in Argentinien etwa 1.100 solcher Versuche statt. Laut dem Gesundheitsministerium in Washington war die Tendenz in den vergangenen Jahren steigend. 1990 hatten US-Pharmakonzerne demnach nur 271 Tests im Ausland vorgenommen. Bis 2008 erhöhte sich die Zahl auf weit über 6.000.

Die US- Behörde für Arzneimittelzulassung (FDA) prüft zwar die Ergebnisse der Studien, jedoch nicht die Methoden, nach denen sie durchgeführt werden. Ähnlich geht die mexikanische Behörde COFEPRIS vor. Damit steigen die Risiken für Probanden.

Das Iberoamerikanische Cochrane-Netzwerk, in dem Wissenschaftler zusammengeschlossen sind, kämpft bisher vergeblich für eine Datenbank zu laufenden Tests in Lateinamerika. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte ein solches Register bereits 2005 auf globaler Ebene angemahnt.

Quelle: IPS