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Mehr Konflikte um Land und Wasser

Im ersten Halbjahr dieses Jahres ist die Zahl der Wasserkonflikte um rund ein Drittel gestiegen. Dies geht aus der Vorveröffentlichung einer Untersuchung der Kommission der Landpastorale CPT hervor. Laut der am 1. September publizierten Studie stieg die Zahl der Konflikte von 22 auf 29. Die Zahl der Betroffenen erhöhte sich von 20.458 auf 25.555 Personen.

Die Auseinandersetzungen um Land haben laut CPT ebenfalls zugenommen. Im Nordosten Brasiliens wurden dabei mehr als die Hälfte aller 194 Landkonflikte registriert. Der Pastorale sind gegenwärtig 65 Landbesetzungen bekannt.

Die Entwicklung in den einzelnen Regionen Brasiliens ist dabei sehr unterschiedlich. Während im Norden die Zahl der Konflikte gleich blieb, stieg die Zahl der Betroffenen jedoch um fast das Fünffache von 2.250 auf 11.150 Personen. Im Südosten des Landes stieg hingegen die Zahl der Konflikte von vier auf elf. Nach Angaben der Pastorale ist der Bau von Staudämmen in elf Fällen Ursache für die Konflikte.

Als besonders besorgniserregend wird von der CPT die Zunahme von Gewalt im Süden und Südosten Brasiliens herausgestellt, die als die reichsten Regionen des Landes gelten. Die Zahl von Arbeitern, die dort gefangen genommen bzw. überfallen wurden, sei besonders stark gestiegen. Dieser Trend sei gegenläufig zur Entwicklung im Land insgesamt, wo die Pastorale weniger gewaltsame Auseinandersetzungen registrierte.

Gesunken sei hingegen die Zahl der registrierten Fälle von Sklaverei. Während im vergangenen Jahr 134 Fälle mit 4.241 Sklavenarbeitern bekannt wurden, von denen 2.819 befreit werden konnten, wurden in diesem Jahr 1097 Fälle mit 1.963 Sklavenarbeitern registriert, von denen 1.668 befreit werden konnten. (bh)

Quelle: Adital