Brasilien |

Mehr als zwei Millionen Corona-Infizierte in Brasilien

Der Präsident: weiterhin infiziert. Sein Land ist es ebenfalls. Und zwar hochgradig. Brasilien findet keinen Weg aus der Corona-Krise. Die Bilanz der Politik von Jair Bolsonaro fällt ernüchternd aus.

Brasilien bekommt die Corona-Pandemie nicht in den Griff. 

Mehr als zwei Millionen Menschen haben sich in Brasilien seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das geht aus Daten des Gesundheitsministeriums hervor, die in Brasília veröffentlicht wurden. Im größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas starben bisher über 76.000 an oder mit dem Erreger der Lungenkrankheit COVID-19. Nur in den USA wurden bislang mehr Infektionen und Tote verzeichnet.

Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften noch höher liegen, weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien und Schätzungen von Organisationen legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben könnten wie bislang bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 Mal so groß wie Deutschland.

Bolsonaros Test weiterhin positiv

Präsident Jair Bolsonaro, der selbst weiterhin infiziert ist, hatte das Coronavirus zuvor als "kleine Grippe" verharmlost und wollte keine Maßnahmen zur Eindämmung treffen. Nachdem Gouverneure und Bürgermeister Einschränkungen erlassen hatten, wurden diese vielerorts inzwischen wieder gelockert. So erlaubte etwa Rio de Janeiros Bürgermeister Marcelo Crivella die Wiederöffnung touristischer Attraktionen und die Wiederaufnahme von Mannschaftssportarten am Strand.

Weitere Nachrichten zu: Panorama