Chile |

Mehr als ein Viertel der jungen Indigenen lebt in Armut

Indigene Kinder, Jugendliche und Heranwachsende sind in Chile im Vergleich zur nicht-indigenen Bevölkerung deutlich stärker von Armut betroffen. Einer Studie von UNICEF und des chilenischen Ministeriums für soziale Entwicklung zufolge beträgt der Anteil 26,6 Prozent gegenüber 21,7 Prozent. Mehr als ein Viertel der 400.000 jungen Indigenen in Chile lebe in Armut. Der Anteil dieser 400.000 an der chilenischen Bevölkerung unter 18 Jahren beträgt 8,7 Prozent.

Mütter deutlich schlechter bezahlt als Väter

Die Studie hebt den engen Zusammenhang zwischen Armut und Beschäftigungslage der Eltern hervor. Die Armut habe zudem vor allem ein weibliches Gesicht, sie sei wahrscheinlicher, wenn eine Frau dem Haushalt vorstehe, heißt es. Nämlich in 29,6 Prozent der Fälle, während der Anteil bei von Männern geführten Haushalten nur 20 Prozent betrage. In diesem Zusammenhang trete auch die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern deutlich zutage: Indigene Frauen, die in Städten für das Familieneinkommen sorgten, erhielten nur 78 Prozent der Bezahlung, auf die unter identischen Bedingungen Männer kämen. Auf dem Land seien es sogar nur 54 Prozent.

Herstellung gleicher Bildungschancen für Indigene entscheidend

Eine deutliche Benachteiligung macht die Studie auch bei der Bildung aus. Eine höhere Bildung erhielten lediglich 18,6 Prozent der jungen Indigenen im Alter von 18 bis 24 Jahren. Hier liege der Schlüssel für einen Abbau der sozialen Ungleichheit. Der Anteil Indigener nehme mit zunehmender Bildungsstufe ab. Grundsätzlich müsse bei der Bildung für junge Indigene darauf geachtet werden, dass die kulturellen Besonderheiten berücksichtigt würden. Dies trage mit dazu bei, einen gleichberechtigten Zugang zu einer höheren Bildung herzustellen. Das Recht, einer unterschiedlichen Kultur anzugehören, sei essenziell, in Chile müsse daher auch der interkulturelle Dialog gefördert werden. (bs)

Quelle: noticiasaliadas.org