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Mehr als die Hälfte der Bevölkerung zweifelt am Krieg gegen Drogen

Gut die Hälfte aller Mexikaner hält die Strategie Felipe Calderóns im Kampf gegen die Drogenkartelle für nicht erfolgreich. Dies gaben 55 Prozent der Befragten in einer Studie der Firma Mitofsky und der Nichtregierungsorganisation Vereintes Mexiko gegen Verbrechen (MUCD) an. Lediglich gut 30 Prozent der Mexikaner glaubt, dass die konfrontative Strategie gegen das organisierte Verbrechen, die Felipe Calderón mit seinem Amtsantritt 2006 wählte, die Situation verbessert hat.“Die Daten zeigen, dass die Sicherheitsstrategie Calderóns unzureichend und kein wirksames Instrument gewesen ist“, erläuterte der Generalsekretär der MUCD, Juan Francisco Torres Landa.

Viele Experten gehen davon aus, dass Calderón mit seinem Krieg gegen die Drogen eine Spirale der Gewalt in Mexiko ausgelöst hat. Nach offiziellen Angaben sind in den Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Banden sowie zwischen rivalisierenden Drogenkartellen bisher 50.000 Menschen ums Leben gekommen. In der Umfrage von Mitofsky und MUCD gaben dementsprechend acht von zehn Mexikanern an, dass sie sich nicht sicherer fühlen als vor einem Jahr. Die Zahl der Befragten, die es für richtig hält, das Militär in die Auseinandersetzung mit den Drogenkartellen einzuschalten, ist im Vergleich zu 2007 von 84 Prozent auf 69 Prozent gesunken.

Was die Zukunft im Zusammenhang mit dem organisierten Verbrechen in Mexiko bringen wird, darüber sind sich die befragten Personen unsicher. Wenn der neu gewählte Präsident von der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) Peña Nieto am 1. Dezember sein Amt antritt, gehen 38 Prozent davon aus, dass er Erfolg haben wird. 31 Prozent denken hingegen, dass es ihm ebenfalls nicht gelingen wird, das Gewaltproblem in Mexiko zu lösen. (aj)