Peru |

Mehr als 30.000 Fälle von Lungenentzündung

Eine mobile Krankheitsstation (Symbolfoto: Steffen/Adveniat)
Eine mobile Krankheitsstation (Symbolfoto: Steffen/Adveniat)

In den vergangenen sechs Monaten sind in Peru mehr als 30.000 Menschen an einer Lungenentzündung erkrankt. Dies ist offiziellen Berichten des Gesundheitsministeriums zufolge die höchste Infektionsrate seit 2013. Mehr als 600 Menschen sind an der Krankheit bereits gestorben. Dies betrifft vor allem Kinder unter fünf Jahren und Erwachsene älter als 60 Jahre. Im südlichen zentralen Hochland sind die meisten Menschen erkrankt.

Soziale Faktoren

Die Krankheitswelle wurde zum einen durch die extrem niedrigen Temperaturen ausgelöst. In diesem Winter erreichte das Thermometer mehrfach die -20 Grad Celsius Marke und die Regierung des Andenstaates hat begonnen, warme Kleidung in den entsprechenden Gebieten zu verteilen. Bereits vor der Kältewelle durchgeführte Impfungen konnten die Krankheit nur bedingt eindämmen.

Mónica Meza vom Zentrum für Risikomanagement des Gesundheitsministeriums betonte gegenüber der Presse, dass auch soziale Faktoren eine große Rolle spielen. Die am schlimmsten betroffene Region gehört auch zu den ärmsten des Landes und die absolute Armut ist dort im letzten Jahr erstmals wieder gestiegen. Dementsprechend leben viele Peruaner dort in Häusern, die sie nicht ausreichend vor der Kälte schützen. Hinzu kämen Faktoren wie Unterernährung und Anämie, die einen schweren Verlauf von Atemwegserkrankungen begünstigen. In Peru leiden laut dem nationalen Statistikinstitut mehr als 40 Prozent der Kinder unter drei Jahren unter Blutarmut und mehr als zehn Prozent sind chronisch unterernährt. (aj)