Mexiko |

Mehr als 1.200 entführte Migranten im ersten Halbjahr

Die Nationale Kommission für Menschenrechte CNDH hat am 30. August einen Sonderbericht über die Situation von Migranten in Mexiko veröffentlicht. Demnach wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres 1.267 Entführungen von Migranten dokumentiert, unter ihnen 22 Minderjährige. Die meisten Entführungen werden in den Bundesstaaten südöstlichen Bundesstaaten Veracruz und Tabasco mit 443 bzw. 272 Fällen sowie im nordöstlichen Bundessstaat Tamaulipas begangen, wo 263 Fälle aktenkundig wurden. 77 Prozent aller durch die Kommission registrierten Entführungen entfallen auf diese drei Regionen.

Menschenrechtsverletzungen von Migranten, die Mexiko durchquerten, seien weder neu noch handele es sich dabei um ein verdecktes Phänomen. „Es sind schwere Straftaten, die ständig begangen werden", hebt die Kommission hervor.

Vor wenigen Tagen hatte ein Massaker an 72 Migranten im Bundesstaat Tamaulipas national und international für Aufsehen gesorgt. Seitdem wird die Situation von Migranten ohne Papiere in Mexiko heftig diskutiert.

Die Menschenrechtskommission weist in ihrem Bericht weiter darauf hin, dass auch staatliche Angestellte in die Straftaten verwickelt seien. Laut CNDH handelt es sich dabei um Angehörige der Migrationsbehörde IMN sowie der Bundespolizei. Drahtzieher derartiger Entführungen seien jedoch kriminelle Banden. Mehr als 574 Entführungen von Migranten ohne Aufenthaltspapiere gehen auf das Konto der als „Polleros“ bezeichneten Menschenschmuggler-Banden und der zum Drogenkartell „Zeta“ gehörenden Gruppen. Weitere 340 Delikte seien von "nicht weiter bekannten" kriminellen Banden begangen worden. Entführte Frauen würden häufig vergewaltigt und gezwungen, mit den Entführern, oft auch mit deren Anführern, zusammenzuleben. (bh)

Quelle: Adital