Brasilien |

Mega-Staudämme gefährden unkontaktierte Indigene

Die Menschenrechtsorganisation Survival International hat vor dem Bau von zwei Mega-Staudämmen entlang des Madeira Flusses im Amazonasgebiet gewarnt, da sie unkontaktierte Indigene gefährden könnten. Die Staudämme würden in unmittelbarer Nähe eines Gebietes gebaut, in dem nach Angaben der der brasilianischen Behörde für indigene Angelegenheiten (FUNAI) isoliert lebender indigener Völker lebten.

Mindestens vier Gruppen isoliert lebender Indigener seien in dem Gebiet des Staudamm-Projektes beheimatet. Zwei dieser Gruppen sind bekannt als die Mujica Nava und die unkontaktierten Jacareuba / Katawixi.

„Für das Staudamm-Projekt werden neue Straßen gebaut und die Zahl der Einwanderer in dem Gebiet wird stark ansteigen, wodurch der Wald der Indigenen zerstört wird“, heißt es in der Presseerklärung von Survival International. „Die Einwanderer schleppen zudem Krankheiten wie Grippe und Masern ein, gegen welche die isolierten Indigenen kaum Abwehrkräfte besitzen. Jede Art von Kontakt zwischen Unkontaktierten und Außenstehenden ist extrem gefährlich für die Gesundheit der Indigenen und kann zum Tod vieler führen, wie es bereits häufig in der Vergangenheit passiert ist.“

Das französische Unternehmen GDF Suez, im Teilbesitz der französischen Regierung, ist für den Bau des Jirau Damms zuständig. Eine Vereinigung von NROs bestehend aus Survival, Kaninde, Amigos da Terra-Amazonia Brasileira, International Rivers und Amazon Watch hat sich mit Protesten an die brasilianischen Behörden und das Unternehmen GDF Suez gewandt und fordert den umgehenden Baustopp der Dämme.