Argentinien |

Mega-Prozess um Verbrechen des „Plan Condor“

Am Dienstag dieser Woche hat in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires ein weiterer Mega-Prozess gegen 25 Verantwortliche der südamerikanischen Diktaturen begonnen, wie die Nachrichtenagentur TeleSur berichtet. Unter den 25 Angeklagten befinden sich auch die argentinischen Ex-Diktatoren Jorge Videla und Reynaldo Bignone, die bereits mehrfach zu lebenslanger Haft verurteilt worden sind. Auch die hochrangigen Militärs Omar Riveros und Luciano Benjamín Menéndez stehen vor Gericht. Es ist das erste Verfahren, das Menschenrechtsverbrechen im Rahmen des so genannten „Plan Condor“ global untersucht.

Im Rahmen der „Operation Condor“ gingen die Geheimdienste aus Argentinien, Chile, Paraguay, Uruguay, Bolivien und Brasilien in Zusammenarbeit mit den USA in den 1970er und 1980er Jahren gemeinsam außerrechtlich und über Ländergrenzen hinweg gegen linke bzw. oppositionelle Kräfte vor. Auch die Geheimdienste aus Ecuador, Venezuela und Peru waren beteiligt. Die genaue Zahl der Opfer ist bisher nicht bekannt, viele Entführungen, Folter und Morde werden mit diesem Plan in Zusammenhang gebracht. Die Geheimdienstoperation wurde durch Zufall bekannt, als bei Recherchen des paraguayischen Anwalts Martín Almada 1992 in einer Polizeistation in einem Vorort der Hauptstadt Asunción Dokumente über die Operation Condor entdeckt wurden.

Es wird erwartet, dass das Gerichtsverfahren zwei Jahre dauert. Rund 500 Personen könnten eine Zeugenaussage machen, so die Justizbehörden. Untersucht werden soll das Verschwinden von 106 Personen, darunter Personen aus Uruguay, Argentinien, Chile, Paraguay, Bolivien und Peru. (bh)