Kolumbien |

Medell?­n: Ende des Bandenkrieges gefordert

Tausende Menschen haben in der kolumbianischen Stadt Medellìn ein Ende des blutigen Bandenkrieges gefordert und Teile der Stadt zu einer gewaltfreien Zone erklärt. Im Viertel "Comuna 13" tobt seit Monaten ein heftiger Bandenkrieg, bei dem immer wieder unschuldige Zivilisten zwischen die Fronten geraten. Seit Jahresbeginn sollen nach Schätzungen von städtischen Behörden bereits 1250 Menschen bei den Kämpfen ums Leben gekommen sein. Mehr als 2000 Menschen haben ihre Wohnungen oder Häuser wegen des Bandenkrieges verlassen müssen.

Nach Schätzungen der Stadt sind in Medellín derzeit 200 illegale bewaffnete Gruppen mit rund 5000 Mitgliedern aktiv. Laut lokalen Friedensaktivisten sind ein Großteil der Bandenmitglieder ehemalige paramilitärische Kämpfer oder Mitglieder der Drogenmafia. Die Banden kämpfen in Medellìn um die Kontrolle ganzer Stadtviertel, in denen Schutzgelder erpresst und der Drogenhandel kontrolliert wird.
Staatspräsident Juan Manuel Santos kündigte an, in dieser Woche nach Medellín zu reisen, um an einer Krisensitzung teilzunehmen. Schon mehrfach hatte die Stadtverwaltung die nationale Regierung um Hilfe gebeten. Nun soll die militärische Präsenz in der Stadt aufgestockt werden.

Die katholische Kirche hat zu einem nachhaltigem Ansatz der Konfliktlösung aufgerufen: "Die militärischen Lösungen sind nie ausreichend, man muss zur gleichen Zeit die Ursachen bekämpfen und das ist der soziale Konflikt. Nur die Präsenz der Streitkräfte zu erhöhen ist keine ausreichende Lösung zur Beseitigung der Probleme", sagte Erzbischof Ruben Salazar, Vorsitzender der kolumbianischen Bischofskonferenz, dem Radiosender Caracol. (tk)