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Masterplan für Wiederaufbau fehlt noch immer

Auch zwei Jahre nach dem schweren Erdbeben in Haiti sieht Caritas international die Gesamtsituation im karibischen Staat kritisch. "Der lange angekündigte Masterplan der Regierung zum Wiederaufbau liegt immer noch nicht vor, so dass umfangreiche städtebauliche Planungen fehlen und vor allem der Bau privater Häuser nur sehr langsam vorankommt", sagte Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, am Donnerstag in Freiburg. Vor allem dort, wo Landrechtsfragen ungeklärt seien, stocke der Wiederaufbau.

Neher beklagte zudem die fehlende Planungssicherheit und betonte, die Hilfswerke müssten oft staatliche Aufgaben der Planung und Organisation mit übernehmen. "Gerade deshalb ist es so wertvoll, dass wir im Land auf bewährte kirchliche Strukturen zurückgreifen können", fügte der Präsident hinzu. Ohne das Netzwerk aus lokaler Caritas, Kirchengemeinden und Sozialstationen sei die Arbeit kaum möglich.

Insgesamt zog Neher eine positive Zwischenbilanz der Hilfen beim Wiederaufbau: "Trotz aller Probleme, die unsere Arbeit erschweren, sind wir sehr zufrieden mit dem Erreichten". So gingen beispielsweise Schüler in neue, erdbebensichere Schulgebäude, und für den Wiederaufbau dringend benötigte Handwerker würden in einem Berufsschulzentrum ausgebildet. Zudem habe das Hilfswerk unter anderem ein Alten- und Behindertenzentrum und ein medizinisches Zentrum gebaut worden.

Neben dem Bildungssektor engagiert sich das katholische Katastrophenhilfswerk nach eigenen Angaben vor allem im sozialen und medizinischen Bereich. Neher betonte, der Wiederaufbau müsse mit der Entwicklung eines sozialen Gefüges verbunden werden. Im Umfeld der Caritas-Projekte entstehe "ein Geist von Solidarität und Gemeinschaft", der zuvor kaum vorhanden gewesen sei. Am 12. Januar 2010 hatte ein schweres Beben weite Teile des Land zerstört. Die Zahl der Opfer liegt nach verschiedenen Schätzungen zwischen 200.000 und 500.000 Menschen.

Quelle: KNA