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Massengrab in Mexiko entdeckt

Grauenvoller Fund im mexikanischen Bundesstaat Veracruz: Ermittler haben dort ein Massengrab mit 166 Toten gefunden. Foto: picture-alliance/dpa
Grauenvoller Fund im mexikanischen Bundesstaat Veracruz: Ermittler haben dort ein Massengrab mit 166 Toten gefunden. Foto: picture-alliance/dpa

Seit Jahren liefern sich in Veracruz die Drogenkartelle Zetas und Jalisco einen blutigen Kampf. Viele Menschen sind verschwunden. Und immer wieder werden illegale Gräber mit Opfern dieses Drogenkrieges entdeckt. Nun haben Ermittler ein Massengrab mit mindestens 166 Leichen in dem mexikanischen Bundesstaat gefunden. Die Behörden hatten einen entsprechenden Hinweis bekommen. Eine Analyse habe ergeben, dass die Gräber im Osten des lateinamerikanischen Landes mindestens zwei Jahre alt seien, teilte der Generalstaatsanwalt des Bundesstaats Veracruz, Jorge Winckler, mit. Aus Sicherheitsgründen werde der genaue Ort nicht bekannt gegeben.

Suche mit Drohnen und Radar

Nach Angaben des Generalstaatsanwalts fanden die Ermittler auf dem rund 300 Quadratmeter großen Areal auch 200 Kleidungsstücke, 144 Ausweise und andere persönliche Gegenstände, seit am 8. August die Exhumierungen begonnen hätten. Es ist eines der größten Massengräber, die bislang in Mexiko entdeckt wurden. Forensikexperten sind weiter dabei, den Fundort mit seinen 32 Einzelgräbern und die sterblichen Überreste zu untersuchen. Dabei kommen auch Drohnen und Bodenradar-Geräte zum Einsatz, um weitere Leichen zu orten.

Winckler sagte, dass sich Angehörige von Vermissten, die ebenfalls nach versteckten Gräbern fahnden, nicht vor Ort an der laufenden Suche beteiligen sollten - aus Geheimhaltungsgründen. Ihnen sollen stattdessen Fotos der Fundstücke gezeigt werden, um die Toten zu identifizieren.

Skepsis bei Angehörigen

Kritik daran kommt von der Angehörigengruppe "Colectivo Solecito", die in der Vergangenheit die Polizei mehrfach auf die Spur von anderen Gräbern gebracht hatte. "Wir trauen der Ermittlungsarbeit nicht", sagte die Aktivistin Lucia Diaz. Dafür gebe es viele Gründe. So hätten in anderen Fällen Ermittler Tote zu schnell exhumiert und dabei Schaden angerichtet. "Diesmal haben sie 166 Leichen in einem Monat geborgen? Das kann nicht sorgfälltig geschehen sein", sagt Diaz. "So schnell ist das nicht möglich." Lucia Diaz schloss sich dem "Colectivo Solecito" an, nachdem ihr Sohn Guillermo 2013 aus seiner Wohnung entführt wurde. Seitdem fehlt von ihm jede Spur.

In Mexiko liefern sich rivalisierende Banden einen Krieg um die Vorherrschaft über den Drogenhandel. Seit 2006 wurden mehr als 200.000 Menschen ermordet. Allein im Bundesstaat Veracruz, der an einer Haupthandelsroute für illegale Drogen für den US-Markt liegt, gibt es 3.600 Vermisste. 2006 startete die mexikanische Regierung mithilfe der Armee einen Feldzug gegen die Drogenkartelle. Kritiker machen den Einsatz maßgeblich für den Anstieg der Morde verantwortlich.

Quelle: Deutsche Welle, AR/se (afp, ap, dpa, rtr)