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Massaker von Dos Erres: 6.060 Jahre Haft für Ex-Militär

Der ehemalige Armeegeneral der Eliteeinheit „Kaibilees“, Pedro Pimentel Ríos, ist wegen Menschenrechtsverbrechen im Fall des Massakers an den Bewohnern des Dorfes Dos Erres zu 6.060 Jahren Haft verurteilt worden. Aufgrund von Zeugenaussagen und Indizien sah das Gericht die Beteiligung von Pimentel an der Ermordung von 201 Dorfbewohnern im Jahr 1982 als erwiesen an.

Das Gericht verhängte gegen den heute 55-Jährigen eine Strafe von 30 Jahren Haft für jedes Mordopfer und 30 weitere Jahre Gefängnis wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die maximale Inhaftierungszeit beträgt in Guatemala jedoch 50 Jahre. Pimentel hatte seine Beteiligung an den Gräueltaten bis zuletzt abgestritten und sich als unschuldig bezeichnet. Er argumentierte, an diesem Tag in Guatemala-Stadt gewesen zu sein.

200.000 Todesopfer im internen Konflikt

Damit ist Pimentel, der in der Spezialeinheit auch als Ausbilder fungierte, bereits das fünfte Mitglied dieser guatemaltekischen Eliteeinheit, das für das Massaker in Dos Erres während des Bürgerkrieges zur Rechenschaft gezogen wird. Pimentel war erst im Jahr 2011 von den USA an Guatemala ausgeliefert worden.

Während des jahrzehntelangen bewaffneten Konfliktes von 1960 bis 1996 wurden nach offiziellen Zahlen mindestens 45.000 Menschen ermordet. Internationale Menschenrechtsorganisationen wie zum Beispiel auch die Erzdiözese Guatemala gehen jedoch von über 200.000 Opfern aus. Die UNO macht in einem Bericht die guatemaltekische Armee für 93 Prozent der begangenen Verbrechen verantwortlich.

Das Massaker in Dos Erres wurde während der Diktatur unter Efraín Ríos Montt (1982 -1983) verübt. Der Ex-Diktator ist derzeit selbst wegen Genozid an der indigenen Bevölkerung angeklagt. (bh)