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"€žMarsch der Margaritas"€?

Für den heutigen Mittwoch wird eine Demonstration von rund 100.000 Landfrauen aus verschiedenen Regionen Brasiliens in der Hauptstadt Brasilia erwartet. Der Marsch begann bereits am 16. August.

Die Frauen fordern mit ihrer alle vier Jahre durchgeführte Protestdemonstration nachhaltige Entwicklung, Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit. Der Staat müsse eine Politik machen, die mehr auf die Bedürfnisse der Landfrauen ausgerichtet ist, fordern die Organisatoren.

Im Gedenken an Margarita Alves

Die Kundgebung geht auf die Gewerkschaftsführerin Margarita Alves zurück. Alves kämpfte für Landrechte, Gleichheit, Gerechtigkeit und wurde am 12. August 1983 mit einem Kopfschuss ermordet. Der Marsch erfolgt ihr zu Ehren und um die Forderungen der Landfrauen weiter öffentlich zu machen

Die Veranstalter haben eine lange Liste mit Forderungen formuliert, die der Präsidentin des Landes bereits im Juli übergeben wurde. Für den heutigen Tag ist eine öffentliche Anhörung mit Regierungsvertretern geplant, bei der über die Forderungen der Organisationen weiter verhandelt werden soll.

Für Carmen Foro, der Koordinatorin des Marsches der Margaritas hat dieses Event einen historischen Charakter für Brasilien, weil die Teilnehmerinnen erstmals einer gewählten Präsidentin ihre Forderungen übergeben. Dies erlaube "die Erarbeitung einer politischen Agenda, die Frauen für den Kampf um ihre Rechte würdigt und den Wandel hin zu einer neuen Gesellschaft unterstützt", so die Foro.

Erfolge und steigende Teilnehmerzahlen

Der Marsch erfährt zudem immer stärkeren Zulauf, so Carmen Foro. „Jedes Mal werden es mehr, das Event wird sichtbarer, die Forderungen entschiedener und es nehmen neue Organisationen teil."

Der Marsch der Margariten wurde erstmals im Jahr 2000 durchgeführt. Die Bewegung hat unter anderem erreicht, dass das Rentenalter bei 55 Jahren geblieben ist und eine Gesundheitspolitik für die ländlichen Gebiete begonnen wurde. (bh)

Quelle: Adital