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Mario Abdo tritt Präsidentenamt an

Mario Abdo Benítez während einer Sitzung im letzten Jahr (Archivfoto: Ministerio de Hacienda - Paraguay/Flickr)
Mario Abdo Benítez während einer Sitzung im letzten Jahr (Archivfoto: Ministerio de Hacienda - Paraguay/Flickr)

Mario Abdo Benítez hat am Mittwoch, 15. August 2018, in einer feierlichen Zeremonie das Amt des paraguayischen Präsidenten übernommen. An der Zeremonie nahmen neben nationalen Politikern die Staatschefs anderer südamerikanischer Länder teil. Darunter Mauricio Macri aus Argentinien sowie der ebenfalls gerade vereidigte Präsident Kolumbiens Iván Duque. Abdo hatte die Wahlen am 22. April dieses Jahres mit einem knappen Vorsprung gegen Efraín Alegre gewonnen.

Bei seiner Antrittsrede im Garten des Präsidentenpalasts versprach der 46-jährige Unternehmer sich dem Kampf gegen die anhaltende Armut und ausufernde Korruption zu widmen. In diesem Zusammenhang kündigte Abdo vor allem die Schaffung einer unabhängigen Justiz an: „Ich möchte keinen Richter, der ein Freund der Macht ist. Wir werden eine unabhängige und mutige Justiz aufbauen, damit die Straflosigkeit endet. Wie lange will unser Volk noch eine Justiz ertragen, die den Bescheidenen gegenüber unerbittlich ist und die Mächtigen nachgiebig behandelt. Die Straflosigkeit ist der Krebs, den es zu besiegen gilt“.

Parteiinterne Konflikte

Neben den nationalen Aufgaben für Mario Abdo stellt vor allem die Zerrissenheit seiner eigenen Partei eine große Aufgabe für den neuen Präsidenten dar. Die Colorados sind traditionell zersplittert in unterschiedliche Gruppierungen und der neue Staatschef muss vor allem im Kongress Unterstützer finden, um seine Politik in die Realität umsetzen zu können. Sein Vorgänger Horacio Cartes könnte ihm dabei Steine in den Weg legen. Cartes hatte Ende Mai dieses Jahres versucht einen aktiven Senatorposten zu bekleiden, um seinen Einflussbereich beizubehalten. Dieser Antrag wurde vom Senat abgelehnt. Dass er nicht zu den größten Unterstützern von Abdo gehört, wurde schon darin deutlich, dass er an der Vereidigungszeremonie nicht teilnahm. (aj)