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Marina Silva will Plebiszit zu Abtreibung

Die Kandidatin der Grünen Partei PV (Partido Verde) für die Präsidentschaftswahlen im Oktober, Marina Silva, will das Volk über die Straffreiheit bei Abtreibungen und die Legalisierung von Marihuana entscheiden lassen. In einem Interview am Dienstag sagte die ehemalige Umweltministerin, dass sie persönlich gegen Abtreibung und den Konsum von Marihuana sei, in diesen strittigen Punkten aber das Volk entscheiden lassen wolle, wie Zeitungen am Mittwoch berichteten.

"Ich schlage eine demokratische Debatte über das Thema vor," sagte Silva zum Thema Abtreibung. "Ich will dass die Brasilianer wissen wie meine persönliche Position hierzu ist, aber wir leben nun einmal in einem laizistischen Staat." Silva bezeichnet sich seit ihrer Jugend als religiös und war zuerst in der katholischen Kirche aktiv. Vor einigen Jahren trat sie der Pfingstkirche "Assembleia de Deus" bei. Dabei betonte Silva stets, dass ihre persönliche Religionsentscheidung keinerlei Einfluss auf ihre politischen Standpunkte habe.

Auch die Frage der Legalisierung des Konsums von Marihuana sollte nach Meinung von Silva durch ein Plebiszit entschieden werden. "Ich bin nicht für die Legalisierung von Marihuana, aber es gibt Personen die dies verteidigen, wie Fernando Gabeira und der ehemalige Präsident Fernando Henrique (Cardoso)," so Silva. Fernando Gabeira, Silvas Parteikollege und Kandidat für das Gouverneursamt im Bundesstaat Rio de Janeiro, gilt als Vorkämpfer für die Legalisierung leichter Drogen. Ex-Präsident Fernando Henrique Cardoso (1995 - 2002), einst ein Hardliner im Kampf gegen Drogenkonsum, hat seine Position in den letzten Jahren geändert und vertritt nun eine Freigabe leichter Drogen. Der Konsum leichter Drogen wird seit einigen Jahren nicht mehr mit Gefängnisstrafen geahndet. Allerdings obliegt es jedem Richter selber zu definieren bei welcher Menge die Grenze zwischen Eigenkonsum und dem verbotenen Handel mit Drogen liegt. Derweil sind Abtreibungen in Brasilien nur erlaubt, wenn ein Gesundheitsrisiko für die Mutter besteht oder bei Vergewaltigungen.

Text: tm