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Marina Silva vor Austritt aus Grüner Partei

Brasiliens grünes Aushängeschild Marina Silva steht nach Medienberichten kurz vor dem Austritt aus der Grünen Partei (Partido Verde - PV). Laut Zeitungsberichten von Montag sei die ehemalige Umweltministerin und Präsidentschaftskandidatin unzufrieden mit den nach ihrer Ansicht undemokratischen Strukturen der Partei. Es wird vermutet, dass Silva eine neue Partei gründet.

Bis Ende Juni sei der Austritt Silvas über die Bühne, wird ein enger Vertrauter der ehemaligen Ministerin in der Zeitung "O Estado de S. Paulo" zitiert. Obwohl der Austritt bereits beschlossene Sache sei, werde Silva ihren Austritt erst dann erklären, wenn sie ihre nächsten Schritte definiert habe, so die Quelle. Angeblich plant sie die Gründung einer neuen Partei. Ein Wechsel zu einer anderen Partei wird als eher unwahrscheinlich angesehen.

Silva, die von 2003 bis 2008 Umweltministerin unter dem damaligen Staatspräsident Luiz Inacio Lula da Silva war, trat 2009 nach 23 Jahren Parteimitgliedschaft aus Lulas Arbeiterpartei PT aus und schloss sich der PV an. Für diese erreichte sie im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen Ende 2010 sensationelle 20 Prozent.

Interne Auseinandersetzungen

Seitdem kam es jedoch zu internen Auseinandersetzungen zwischen Silva und anderen Führungspersönlichkeiten der PV. Diese sollen laut Silva in undemokratischer Weise in die Besetzung lokaler Führungsposten der PV eingegriffen haben. So soll es im März zu einem Zerwürfnis zwischen Silva und dem Präsidenten der Grünen, Jose Luiz Penna gekommen sein. Nur ein Einlenken Pennas dürfte Silva zum Verbleiben in der Partei bewegen, so Insider.

Laut Medienberichten würden gut 30 Parlamentsabgeordnete verschiedener Parteien bereit sein, sich einer neuen von Silva gegründeten Partei anzuschließen. Auch zahlreiche Bürgermeister und Abgeordnete lokaler Parlamente könnten demnach gewillt sein, Silva zu folgen. Diese verneinte jedoch in einem TV-Interview vor wenigen Tagen ihre Absicht, eine neue Partei gründen zu wollen. Allerdings gab sie zu, dass die Zukunft der Grünen vom Verhalten ihrer politischen Gegner innerhalb der Partei abhänge. (milz)