Brasilien |

Marina Silva gründet neue Umweltpartei

Die ehemalige brasilianische Umweltministerin und Umweltaktivistin Marina Silva hat am Samstag in Brasilia angekündigt, eine neue Nachhaltigkeitspartei zu gründen. Sie betonte, dass es ihr mit diesem Schritt darum ginge, aus der Herdenmentalität der bereits etablierten Parteien auszubrechen. Sie wolle das Thema Umweltschutz der brasilianischen Bevölkerung nahe bringen. Dazu werde die 55-Jährige vor allem auch auf das Internet setzen und die Parteimitglieder miteinander vernetzen. Für den finalen Gründungsaktbenötigt die Politikern laut der Verfassung des südamerikanischen Landes 500.000 Unterschriften. Einen Namen und ein detailliertes Programm für die neue Partei gibt es bisher noch nicht.

Silva kämpfte bereits seit Jahrzehnten für das Erhalten des Amazonas und für nachhaltige Entwicklung in Brasilien. 1994 wurde sie als Mitglied der Arbeiterpartei in den brasilianischen Senat gewählt und 2003, in der ersten Amtszeit Luis Inacio Lula de Silvas, zur Umweltministerin ernannt. Sie blieb fünf Jahre im Amt, musste jedoch während dieser Zeit immer wieder Niederlagen einstecken. Zum Zeitpunkt ihres Rücktritts im Mai 2008 galt die Umweltverfechterin als isoliert in der Regierung Lulas. Sie wurde außerdem von einigen Unternehmen öffentlich für ihre Haltung kritisiert. Silva verließ die Arbeiterpartei ein Jahr später und trat 2010 für die Grüne Partei Brasiliens als Präsidentschaftskandidatin an. Sie konnte überraschenderweise 20 Millionen Stimmen gewinn und wurde drittstärkste Kandidatin.

Ob Marina Silva auch 2014 bei den nächsten Präsidentschaftswahlen als Kandidatin antritt, hat die Politikerin noch offen gelassen. (aj)