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Marienprozession wird Weltkulturerbe

Die UNESCO hat die Marienprozession "Cirio de Nazare" im nordbrasilianischen Belém zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt. Nach brasilianischen Medienberichten vom Donnerstag nehmen an der religiösen Veranstaltung jeden Oktober rund zwei Millionen Menschen teil. Damit gilt der seit 1793 stattfindende "Cirio" als größtes katholisches Fest Brasiliens. Die Prozession in der am Südufer des Amazonasflusses gelegenen Stadt geht auf den Fund eines Marienbildnisses zurück.

Ein Landarbeiter soll damals eine Figur der Jungfrau von Nazareth im Flussbett eines kleinen Baches gefunden und mit nach Hause genommen haben. Der Legende nach war die Figur am nächsten Morgen wieder an ihren Fundort zurückgekehrt. Nachdem sich das Phänomen mehrmals wiederholte, wurde die Figur in den Regierungspalast gebracht, wo sie von Soldaten bewacht wurde. Trotzdem kehrte sie an das Flussufer zurück, an dem zu ihren Ehren eine Basilika errichtet wurde. Die Prozession des "Cirio" folgt auch heute noch dem Weg, den die Figur damals der Überlieferung zufolge auf mysteriöse Weise allein zurücklegte.

Indigenes Erntedankfest aus Guatemala auch Weltkulturerbe

Insgesamt nahm die Kulturorganisationen der Vereinten Nationen bei ihrer Sitzung in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku am Mittwoch 19 Elemente neu in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes auf. Als besonders schützenswerte Kulturpraktiken wurden unter anderen ein indigenes Erntedankfest (Paach-Zeremonie) in Guatemala, die alle sieben Jahre stattfindenden Reliquienfeiern in Dörfern im Limousin (Frankreich) sowie eine Weinausbau-Tradition in Georgien anerkannt.

Bereits früher hatte die UNESCO drei brasilianische Kulturelemente in ihre Listen aufgenommen: den traditionellen Samba aus dem Landesinneren des Bundesstaates Bahia (Samba de Roda do Reconcavo Baiano), die Kunst und Körperbemalung (Kusiwa) des Wajapi-Stammes sowie die "Frevo"-Musik und die Tanzaufführungen des Carnavals von Recife im Nordosten Brasiliens.

Quelle: KNA.