El Salvador |

Mara-Gangs unterstützen Konzept gewaltfreier Städte

Der von der katholischen Kirche in El Salvador initiierte Friedensprozess zwischen verfeindeten Banden macht Fortschritte. Führende Mitglieder der Mara-Banden erklärten nach einem Bericht der Tageszeitung "La Prensa Grafica" vm 20. Januar ihre Bereitschaft, sich in 18 Städten dem Konzept "Gemeinden ohne Gewalt" anzuschließen. Am 19. Januar hatte die Organisation Amerikanischer Staaten und Vertreter der am Friedensprozess beteiligten Gruppen vier Städte zu gewaltfreien Zonen ausgerufen. Garantien, künftig auf Erpressungen zu verzichten, wollten die Mara-Sprecher zunächst aber nicht abgeben. Man arbeite jedoch daran, "diesen Weg zu verlassen", hieß es.

Im März vergangenen Jahres hatte Militärbischof Fabio Colindres mit inhaftierten Führern der Mara-Gruppen erste Vermittlungsgespräche begonnen. Der daraus resultierende Waffenstillstand zwischen den verfeindeten Gruppen führte in El Salvador zu einer Verringerung der Mordrate um die Hälfte.

Unter dem Begriff "Mara" werden eine Vielzahl von Banden zusammengefasst, die in Nord- und Mittelamerika agieren. El Salvador gilt als Ursprungsland der Bewegung. Die Mitglieder sind zumeist durch eine Tätowierung wie "M", "MS" oder die "18" erkennbar, die auf die Zugehörigkeit zu den einzelnen Mara-Gruppen hinweisen. Allein in El Salvador gibt es nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen bis zu 100.000 Mitglieder dieser gewaltbereiten Gangs, die durch Drogenhandel, Schutzgelderpressung oder Prostitution ihre Einnahmen generieren. El Salvador galt bis zum März wegen seiner Mordrate von 62 Morden auf 100.000 Einwohner als eines der gefährlichsten Länder der Welt.

Quelle: KNA