Chile |

Mapuche protestieren gegen Repression

Eine traditionsbewusste Mapuche-Gemeinde in Santiago. Foto: Adveniat/Escher
Eine traditionsbewusste Mapuche-Gemeinde in Santiago. Foto: Adveniat/Escher

Der Konflikt zwischen Chiles Mapuche-Gemeinden, Staat und Landbesitzern kommt nicht zur Ruhe. Für Montag, den 5. Oktober 2015, riefen zahlreiche Mapuche-Organisationen zu landesweiten Demonstrationen auf. In der Hauptstadt Santiago wurde ein Protestcamp namens "Treffen der Widerstände" errichtet. Dem Protestaufruf zufolge, wirft das indigene Volk der Mitte-Linksregierung unter Präsident Michelle Bachelet die Militarisierung ihrer Gebiete und mangelnden Willen zur Konfliktlösung vor.

In der jüngsten Vergangenheit war es, aus Sicht der Mapuche, zu mehreren, feindlichen Akten gegen sie gekommen. Der Verhaftung des Fotografen und Mapuche-Unterstützers Felipe Durán war eine Durchsuchung in der Gemeinde Coñomil Epuleo de Ercilla gefolgt, bei der der Mapuche-Vertreter José Coñalico von Polizisten misshandelt worden war. Vor einem Jahr war der Mapuche José Quintriqueo, der einen Gerichtsprozesses um Landbesitz führte, von einem Hilfsarbeiter des Landguts mit einem Traktor zu Tode geschleift worden. Auch sei es verstärkt zu vorläufigen Festnahmen und Sicherheitshaft gekommen, wie im Fall der bekannten Werkén-Autorität Hugo Meliano und des Gemeindevertreters José Huenuche.

"Der Staat hat über seine Vertreter eine Verstärkung der Militarisierung im Mapuche-Gebiet angeordnet", kritisiert der Aktivist Vicente Montesinos einen "Kontext der Repression". Ihmzufolge stelle sich der Staat hinter Unternehmer und Landbesitzer. "Das wird die historische Forderung bezüglich des ursprünglichen Landbesitzes, den das Mapuche-Volk zurück fordert, nicht lösen", so Montesinos weiter. (bb)

Weitere Informationen zum indigenen Volk der Mapuche finden Sie in unserem Dossier: http://www.blickpunkt-lateinamerika.de/mapuche.html