Chile |

Mapuche-Hungerstreik zu Ende

Der Hungerstreik der verbliebenen Mapuche-Häftlinge ist beendet. Das geht aus einer Erklärung der wichtigsten Mapuche-Autoritäten hervor, die gestern von der chilenischen Nachrichtenagentur Mapupress veröffentlicht wurde. Der Grund sei der »kritische Gesundheitszustand« der Aktivisten im Gefängnis Angol und den umliegenden Krankenhäusern. Auf Bitte ihrer Angehörigen werde die Nahrungsverweigerung ab sofort beendet. Die Entscheidung sei aus »humanitären Gründen« gefallen, um ein »fatales Ende« des Hungerstreiks zu verhindern, so die Erklärung.

Das Regierungsangebot einer teilweisen Revision der Anti-Terror-Gesetzgebung befinden die Mapuche-Aktivisten dennoch als »nicht ausreichend«. Diese waren vor drei Monaten in den Hungerstreik getreten, weil sie wegen ihrer Proteste gegen den Ausverkauf des von ihnen beanspruchten Landes vom chilenischen Staat als »Terroristen« verurteilt werden sollen. Bei Bischof Ricardo Ezzati bedankte sich die Mapuche-Führung für seine Rolle als Vermittler. »Der Hungerstreik hat bewirkt, dass ein großer Teil der Menschen im Land auf die Situation der Mapuche aufmerksam geworden ist, einer der ärmsten Gemeinden Chiles«, zieht der Sozialarbeiter und Mapuche-Unterstützer Víctor Alonqueo Boudon Bilanz. Die Regierung müsse endlich damit aufhören, den »sozialen Protest zu kriminalisieren«, so Boudon am Mittwoch gegenüber der BBC.

Die Regierung in Santiago zeigte sich »zufrieden«, man habe »immer auf den Dialog gesetzt«, sagte Regierungsministerin Ena von Baer in einer ersten Pressekonferenz. Der Konflikt ist damit nicht beendet. Anfang der Woche war es zu Zusammenstößen zwischen Landbesetzern und Polizei gekommen, die in der Ortschaft La Angostura Privatbesitz beschützen. Dabei schoss die Polizei laut lokaler Presseberichte mit 22-Milimeter-Kaliber-Waffen auf die Indigenen, die das Gebiet um den Berg Belvedere für sich beanspruchen. (bb)