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Mapuche-Gipfeltreffen ohne Präsident Piñera

Das “Gipfeltreffen“ in der Region Araucanía, zu dem Mapuche des Rates „Consejo de Todos las Tierras“ nach den Brandanschlägen im Süden Chiles eingeladen hatten, ging ohne Präsenz des chilenischen Präsidenten Sebastian Piñera, jedoch in Anwesenheit der Regierenden der Provinzen Malleco und Cautín zu Ende.

Auf der fast sieben Stunden dauernden Zusammenkunft mit rund 200 Teilnehmern auf dem Cerro Ñielol in Temuco sprachen rund 70 Personen. Der Sprecher des Rates, Aucán Huilcamán, kritisierte das Fernbleiben des Präsidenten und von Vertretern des Parlaments als „fehlende Bereitschaft zum Dialog“. Daran werde deutlich, dass die Behörden sich fernab der Realität hielten, so Huilcamán. Die beiden von der Zentralregierung aus Santiago als „Beobachter“ entsendeten Vertreter Miguel Mellado (Provinz Cautín) und Erick Bauman (Malleco) hätten es nach der Anhörung der Forderungen der Mapuche vermieden, sich dazu zu äußern, berichtet TeleSur.

Regierung lädt zu eigenem Treffen ein

In einer Abschlusserklärung des ohne Zwischenfälle verlaufenen Gipfeltreffens fordern die Teilnehmenden unter anderem die Entmilitarisierung des Mapuche-Gebietes und Entschädigungen des Staates „für die in all den Jahren begangenen Menschenrechtsverletzungen".

Die Regierung will die ihrerseits bereits mit anderen Mapuche-Vertretern begonnenen Gespräche in Temuco am kommenden Montag fortsetzen, erklärte der Minister für Sozialentwicklung, Joaquín Lavín, gegenüber Pressevertretern.

In der etwa 670 Kilometer südlich der chilenischen Hauptstadt Santiago gelegenen Provinz Araucanía fordern Mapuche-Indigene seit langem Verhandlungen unter anderem über ihre Forderungen nach Autonomie, der Rückgabe bzw. Entschädigung für ehemals indigene Territorien und der Anerkennung als Ureinwohner. Nach einem Brandanschlag Anfang Januar, bei dem zwei Personen ums Leben kamen, war der Konflikt erneut eskaliert. (bh)